Böse überrascht: Bundesagentur verlängert Arbeitsverträge von ARGE-Mitarbeitern nicht
BOCHUM Bei der ARGE geht die Angst um. Die Angst um die eigene berufliche Zukunft. Weil die Bundesagentur für Arbeit (BA) sich nicht mehr an vor zwei Jahren gemachten Zusagen halten kann, droht bereits Ende September den ersten beiden ARGE-Mitarbeitern die Arbeitslosigkeit.
ARGE-Geschäftsführerin Martina Fischer will für die Mitarbeiter kämpfen. (Foto: Archiv)
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Die Zahl der "Sorgenkinder" ist aber weitaus größer, wie ARGE-Geschäftsführerin Martina Fischer gestern einräumen musste. 68 der insgesamt 186 BA-Mitarbeiter in der ARGE Bochum haben befristete Verträge. Dazu kommen 32 Kräfte der Kommune, deren Verträge ebenfalls befristet sind. Unter dem Strich also 100 Beschäftigte mit Zeitvertrag - bei insgesamt 491 Mitarbeitern.
Stadt soll helfen
Noch Ende August war auch die ARGE-Geschäftsführung davon ausgegangen, dass eine Weiterbeschäftigung möglich ist. Bis die Nachricht der BA einschlug wie eine Bombe.
Seitdem sind die betroffenen Kollegen, die eigentlich anderen Menschen eine Perspektive aufbauen sollen, in großer Sorge um ihre eigene berufliche Zukunft. Bei der BA kann sie offensichtlich nicht liegen.
"Brandbrief"
Martina Fischer hat deshalb einen "Brandbrief" an OB Ottilie Scholz geschrieben. Ihre Hoffnung ist, mit Hilfe der Stadt die Mitarbeiter an Bord zu halten. "Wir brauchen sie dringend", betonte Martina Fischer gestern im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales ausdrücklich und übte zugleich Kritik an der Bundesagentur für Arbeit.
Blieb sie dabei recht verhaltend, machten städtische Mitarbeiter der ARGE ihrem Ärger über die Situation im Ausschuss deutlich sichtbar Luft. "Abgeschoben, ausgebeutet und verkauft" standen auf Protestplakaten. Dazu trugen viele T-Shirts mit der Aufschrift "Ich bin Städter". Damit wollten sie deutlich machen, wo sie ihre berufliche Zukunft sehen.
Verdi fordert Entfristung
Die Gewerkschaft Verdi fordert angesichts der großen Unsicherheit eine Entfristung der Verträge und damit eine berufliche Perspektive für die ARGE-Mitarbeiter.
Die ungeklärten Personalfragen ließen die Politiker das Konstrukt der ARGE durchweg kritisch sehen. Für eine Kehrtwende (Optionsgemeinde) gab es im Ausschuss aber ebenfalls keine Zustimmung. Den Politikern ist bewusst, dass Bochum das finanziell kaum stemmen kann.

























