Pogrom-Gedenkveranstaltung: Das Schicksal der fortgeschickten Kinder
BOCHUM Bei der Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag der Reichspogromnacht standen am Montag die jüdischen Kinder im Mittelpunkt, die mit Zügen vor den Nazis im Ausland in Sicherheit gebracht wurden. Der Preis dafür: Sie mussten ihre Familien verlassen. Viele sahen die Eltern nie wieder.
Grigory Rabinovich, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Bochum (Foto: Walter)
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Das Schicksal tausender Kinder, die nach der Pogromnacht am 9. November 1938 nach Holland und Großbritannien in Sicherheit gebracht wurden, ist so bewegend, wie die Ereignisse der Schreckensnacht selbst. Jene Nacht vor 71 Jahren, in der die Nationalsozialisten ihrem Hass auf Juden freien Lauf ließen. In der sie Synagogen niederbrannten, jüdische Geschäfte plünderten und mindestens 91 Menschen töteten.
UnvorstellbarDrei der damaligen Kinder, die Bochum mit einem Zug ins rettende Ausland verließen, sind Horst Walter Adler, Werner Davids und Bodo Salomons. Ihre Namen wurden am Montag bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht auf dem Dr.-Ruer-Platz stellvertretend für die vielen jungen Juden genannt, die in die Fremde geschickt wurden. Schüler der Hermann-Gmeiner- und Matthias-Claudius-Schule sowie Jugendliche der Melanchthongemeinde schilderten die bewegenden Geschichten der Deportation von Adler, Davids und Salomons in den frühen Kriegswirren über Holland nach England.
Fahrt ins Ungewisse
"Wir können uns nicht vorstellen, was ein kleiner Junge fühlt, wenn er von seinen Eltern weggegeben wird", sagte eine Schülerin, "und genauso wenig, was Eltern fühlen, die ihre Kinder in eine ungewisse Zukunft schicken müssen."
Grigory Rabinovich, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Bochum, ermahnte die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung: "Erweisen Sie sich als Bollwerk gegen gestrige Kräfte, die die Vergangenheit beschönigen oder sie sogar wiederholen wollen."

























