Gruß aus Bochum: Die Vollmonde von Werne
BOCHUM Der berühmteste Mond des Ruhrgebiets ist nach dem bekannten Lied zwar der von Wanne-Eickel, doch dafür hatte Bochum-Werne früher sogar mehrere „Vollmonde“ zu bieten. Eine Zeche, eine Straße und gleich zwei Wirtshäuser trugen diesen Namen.
Diese schon etwas ramponierte Karte der Wirtschaft Schmitz auf der Frenkingstraße ist 50 bis 60 Jahre alt. (Foto: Frank Dengler)
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Namensgebend für das Lokal war die Zeche Vollmond, deren Gelände sich direkt hinter den Häusern der Frenkingstraße erstreckte. Auf der anderen Seite der Straße, die hier die Grenze zwischen Werne und Langendreer bildet, befand sich das noch größere Bergwerk Mansfeld. So lag die Wirtschaft praktisch „zwischen den Zechen“.
Nach Recherchen von Peter Kracht lässt sich die Geschichte der Gaststätte bis mindestens 1903 zurückverfolgen. In diesem Jahr wird ein Adam Marth als Inhaber genannt, doch ab dem Adressbuch von 1911 erscheint Richard Schmitz als Gastwirt. Damals lautete die Hausnummer noch 13 – erst mit der Eingemeindung nach Bochum 1929 änderte sie sich.
Schmitz führte nicht nur jahrzehntelang die Wirtschaft, er war auch Eigentümer der beiden auf der Karte abgebildeten Häuser. Nach Richard hat dessen Sohn Werner in den 1950er oder 60er Jahren die Leitung übernommen.
Insgesamt war die Familie Schmitz ungefähr 65 Jahre lang Inhaber des „Vollmondes“, bis es in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zur Schließung kam. Das aktuelle Foto zeigt die beiden Häuser fast unverändert und frisch renoviert. Der Eingang der ehemaligen Wirtschaft ist vermauert, aber noch deutlich erkennbar. Zudem hat sich darüber ein alter Fahnenhalter erhalten.
Gaststätte Hißmann
Nur ein paar hundert Meter weiter westlich mündet die Vollmondstraße in die Frenkingstraße. An dieser Ecke steht ein um 1900 erbautes Haus, das noch heute die Werbung „Zum Vollmond“ trägt. Hierbei handelt es sich um die frühere Gaststätte Hißmann auf der Vollmondstraße 52 (bis 1929 Nr. 24). Auch die Hißmanns lassen sich ab 1911 nachweisen, und seit mindestens 1932 waren sie im Besitz des Gebäudes.
Bis in die 1960er Jahre führten verschiedene Familienmitglieder das Lokal. Das Adressbuch von 1967 nennt Manfred Hoffmann als Gastwirt, später folgten weitere Betreiberwechsel. Nach Angaben von Nachbarn soll die Gaststätte erst vor sechs bis acht Jahren aufgegeben worden sein. Heute steht sie leer, der Eingang ist zugemauert, und das Haus macht einen vernachlässigten Eindruck.
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