Wetterdienst: Ein Besuch bei Meteomedia: "Daisy" bleibt weiterhin Thema
BOCHUM Es ist fünf vor zwölf bei Meteomedia. Sprichwörtlich. Dieses Wochenende drohen Extremwetterlagen. Aber das ist Routine für den 1991 von Jörg Kachelmann gegründeten Wetterdienst, der seit 1999 in Bochum ein Studio hat.
Meteorologe Andreas Wagner zeigt den Verlauf des Tiefdruckgebietes Daisy auf dem Satellitenbild. (Foto: Rothenberg)
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Neuschnee und extreme Verwehungen
Die Meteomedia-Studios konferieren nicht täglich. Heute gibt es einen Anlass: Tiefdruckgebiet Daisy und seine Ausläufer erreichen Europa am Wochenende. Das bringt Neuschnee, vor allem aber extreme Verwehungen. Und starke Einschränkungen im Straßen-, Flug- und Bahnverkehr.
Sibirische Verhältnisse
"Auf dem Brocken liegen schon 60 Zentimeter, bei Windstärke elf gibt das sibirische Verhältnisse", sagt Wagner ins Mikro. "Es wird haarig. Wir müssen vorwarnen." In der aktuellen Stunde am Samstag werde sicher gezeigt, wie
Auch "Lindenstraße" braucht Vorhersage
Meteomedia ist einer der führenden Wetterdienste. Seit 1991 etablierte Jörg Kachelmann 74 Wetterstationen in NRW, 441 in Deutschland. Sie machen die Vorhersagen, für WDR, ARD und das Internet, aber auch für andere. Stromanbieter müssen kalkulieren, wie viel Energie benötigt wird. Versicherungen bezahlen richtige Vorhersagen. Weil ihre Kunden weniger Schäden haben, sparen sie Geld. Auch die "Lindenstraße" braucht die Vorhersage: Was im Frühjahr spielen soll, kann eben keine Schneeflocken im Bild gebrauchen.
Die Genauigkeit für denselben Tag liegt bei 98, für die drei folgenden über 90 Prozent. Und damit - dank des engmaschigen Netz und besserer Technik - wesentlich besser als vor 30 Jahren. Wagner: "Jede kleine Wolke, sogar einzelne Kraftwerksschlote kann ich heute auf dem Satellitenbild sehen."
Wettertalent aus Trier
Der 41-Jährige Meteorologe aus Trier sprach schon als Zwölfjähriger seine Wetteransagen. "Oft waren die Prognosen präziser als im Radio." Das Wettertalent aus Trier: Es sprach sich herum. Auch zu Kachelmann, der ihn 1999 zu Meteomedia holte. Die extremste Erfahrung
„Wir warnen rot vor am Wochenende“, sagt Andreas Wagner und meint: Windgeschwindigkeiten bis zu 130km/h werden erwartet. Bei
orange bläst der Wind mit 70 bis 100, bei violett mit über 130 km/h. Die Hoch- und Tiefdruckgebiete bekommen ihre Namen seit den 60ern von der Freien-Universität Berlin. 2009 erhielten die Tiefs männliche Namen, die Hochs dagegen weibliche. 2010 ist es andersrum. Immer alphabetisch: Auf Barbara und Christa folgt nun Daisy.

























