Kritik an Stadt: Endgültig keine Fanmeile in Bochum
BOCHUM Heinz-Peter Keller gibt auf. Der Plan des Ruhr TV-Chefs zur Fußballweltmeisterschaft eine Fanmeile auf dem Kirmesplatz aufzubauen, ist gescheitert. Warum es die Meile nicht gibt, steht für Keller außer Frage.
Alen Saliov (16) testet die Vuvuzela. Auf einer Bochumer Fanmeile wird er sie nicht spielen können. (Foto: Lisa Seiler)
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Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: "Ich habe gestern eine Absage vom größten Caterer in Deutschland erhalten", erklärte Keller am Sonntag. "Das war das Zeichen, dass ich das nicht über die Bühne bringen kann", sagte er hörbar enttäuscht. Deshalb habe er am Sonntagmorgen die Entscheidungen getroffen und gleich die Absagen an die Zulieferer verschickt.
Geahnt, dass die Organisation nicht mehr klappen würde, habe er schon vorher. Auch wenn er am Mittwoch, nachdem die Stadt doch die Genehmigung erteilte (RN berichteten), noch von einer fifty-fifty-Chance sprach. Der Hauptgrund für das Scheitern läge im Verhalten der Stadt. An deren Vertretern lässt Keller kein gutes Haar.
Keller spricht von "Alibi-Termin"
Der Unternehmer hatte am Mittwoch für die Organisation einer Fanmeile nicht nur die Genehmigung, sondern auch Auflagen bekommen. Dieses Gespräch beschrieb Keller gestern als "Alibi-Termin" und sagt: "Die arbeiten da willkürlich und hatten auf mich keinen Bock". Die Auflagen seien "wahnsinnig" gewesen. Allein die geforderte Anzahl Sanitäter an großen Spieltagen hätten den Unternehmer 15 000 Euro gekostet. Die ursprüngliche Auflage für 10 Besucher jeweils einen Sicherheitsangestellten bereit zu stellen, hätte nach seiner Rechnung mit 78 000 Euro zu Buche geschlagen.
Deutliche Kritik an Stadtverwaltung
Nach einem Gespräch mit der Polizei habe er diese Auflage lockern können. Dennoch sei schon das Verbot, etwa Fahrgeschäfte für Familien aufzustellen, ein harter Schlag gewesen, vor allem für sein ursprünglich geplantes Finanzkonzept.
Die Tatsache, dass Keller so kurzfristig keinen Partner mehr für die Gastronomie fand, sei dann das Ende gewesen. "Ich bin vorgeführt worden", ärgert sich Keller und beschreibt sein Gefühl beim Mittwochstreffen, unter anderem mit Polizei, Feuerwehr, Ordnungs- und Liegenschaftsamt: "Ich habe da gesessen wie ein Angeklagter."
Keine Anträge mehr
Keiner wisse genau, warum diese Veranstaltung erst nicht genehmigt wurde. Zu gerne würde er sich mit OB Ottilie Scholz und Paul Aschenbrenner zusammen setzen und genau darüber sprechen. Keller ist "fertig mit der Stadtverwaltung".
Gerne hätte er im nächsten Jahr eine Veranstaltung für den Eurovision Songcontest, der dann in Deutschland stattfinden wird, organisiert. Das wolle er jetzt nicht mehr. Grund: "Ich will keinen Antrag mehr stellen. Ich will die Leute nicht mehr sehen."

























