Gruß aus Bochum: Ein Bergmannsheim in Hordel
BOCHUM Auf einer Ansichtskarte des Bergmannsheims der Zechen Hannover und Hannibal aus den 1950er Jahren gibt es einiges zu entdecken. Mit insgesamt neun Fotos werden die Zechen und die verschiedenen Bauten des Wohnheims vorgestellt. Heute ist fast alles davon spurlos verschwunden.
In den 1950er-Jahren ein umfangreiches Ensemble - heute ist das Bergmannsheim fast spurlos verschwunden. (Repro: Frank Dengler)
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Für ledige Bergleute und Berglehrlinge wurde deshalb ein neues „Bergmannsheim“ ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden Zechen geplant, an der Straße „An den Klärbrunnen“. Hier, etwas abgelegen an den Grenzen von Hofstede, Hordel und Eickel, befand sich ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager. Mit der Währungsreform 1948 entfernte man die Reste dieser „Russenbaracken“ und begann mit dem Neubau des Wohnheims.
Bis 1949 waren acht eingeschossige und zehn zweigeschossige Gebäude (auf der Karte die Fotos links) fertig gestellt, die bis zu 850 Bergleuten Platz bieten sollten. Nachdem die größte Unterkunftsnot gelindert war, konnte die Anlage 1950 durch ein Gesellschaftshaus ergänzt werden, das auf den Fotos oben in der Mitte und rechts zu sehen ist. Es verfügte über ein Casino, eine Konsum-Verkaufsstelle und eine Werksbücherei.
Kasernenartige Wirkung
Im neuen Berglehrlingsheim gab es einen Gemeinschaftsraum, einen Bastelraum, eine Heimbücherei mit 900 Büchern sowie Sportmöglichkeiten. 1952 ergänzte ein Gesundheitshaus an der Magdeburger Straße beim Bahnhof Eickel die Sozialeinrichtungen von Hannover-Hannibal. Dieses Gebäude ist auf der Karte rechts in der Mitte abgebildet. Das Ensemble des Bergmannsheims war durch Grünanlagen aufgelockert, und im Zentrum gab es einen größeren begrünten Platz. Zugänglich war die Anlage über ein Pförtnerhaus mit verschließbarem Tor, das in der Mitte der Karte zu sehen ist und etwas kasernenartig wirkt. Der damalige Fotograf hat durch die „ungezwungene“ Platzierung einiger Personen wohl versucht, diesem Eindruck entgegenzuwirken.
- Teil 99Bochum vor 110 Jahren
- Teil 98Die Villa Nora
- Teil 97Ein Bergmannsheim in Hordel
- Teil 96Die Vollmonde von Werne
- Teil 95Weihnachtspost aus Stiepel
- Teil 94Eine Partie am 12. 12. 12
- Teil 93Industrie und Idylle im Ruhrtal
- Teil 92Ausflug nach Marmelshagen
- Teil 91Junger Platz mit langer Tradition
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Übergangsheim
Die Gebäude „An den Klärbrunnen“ sind zunächst von der Stadt übernommen worden und dienten wohl noch einige Jahre als Übergangsheim oder Obdachlosenunterkunft. Um 1980 wurden sie abgerissen. In den folgenden gut 30 Jahren entstand auf dem heute umzäunten Gelände ein dichtes Wäldchen, das eventuelle Spuren unsichtbar macht. Das Foto rechts zeigt die Stelle, wo früher der Eingang mit dem Pförtnerhaus lag. Am Rand der Waldfläche liegt ein Wanderheim des Sauerländischen Gebirgsvereins mit einem lang gestreckten, flachen Trakt auf der Rückseite. Davor findet sich eine unbewaldete, platzartige Fläche.
Die Situation erinnert an die um den zentralen Platz gruppierten niedrigen Gebäudeteile des Bergmannsheims. Ob es sich aber wirklich um letzte Reste davon handelt, konnte bislang nicht geklärt werden. Apropos geklärt: Die dem Gelände und der Straße den Namen gebenden Klärteiche sind seit einigen Jahren stillgelegt beziehungsweise renaturiert.
























