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Medienhaus Lensing
12.02.2010 16:14 Uhr
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CargoCap: Güter unter dem Ruhrgebiet transportieren

BOCHUM Das unterirdische Transportsystem CargoCap kann sich für private Investoren lohnen. Güter könnten über insgesamt 85 Kilometer zwischen Dortmund und Duisburg transportiert werden und an 24 Stationen ein- oder ausgeladen werden. Nur das Geld fehlt.Von Natascha Aßmann

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Oben Autos, unten Güter. So sähe der CargoCap-Transport aus. (Foto: visaplan)

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Professor Dietrich Stein sagt, er halte es mit Rudolf Virchow: 25 Jahre brauchte der Arzt, um die Berliner von einer Kanalisation zu überzeugen. Stein hat also noch Zeit. Er kämpft seit zwölf Jahren dafür, sein unterirdisches Transportsystem Cargo Cap marktfähig zu machen.

Es gibt eine positive Wirtschaftlichkeitsstudie, es gibt eine nicht fertig gebaute Modellstrecke des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Fördertechnik der Ruhr-Uni Bochum. Und jetzt gibt es auch eine Marktpotenzialanalyse.

CargoCap soll sich für Private lohnen

Die CargoCap-Mannschaft um Projektleiter Stein hat sie am Freitag in Bochum vorgestellt. Im Kern besagt sie: Das Gütertransportsystem CargoCap ist ein „betriebs- und volkswirtschaftlich rentables Infrastrukturprojekt“. Sprich: Der Bau einer 85 Kilometer langen unterirdischen Röhre zwischen Dortmund und Duisburg zum Transport von Gütern in CargoCap genannten Wagen lohne sich für private Investoren.

Ein Marktanteil von 15 Prozent müsse dieser Transportweg erlangen, heißt es in dem Gutachten. Realistisch sei, nach 14 Jahren auf diesen Wert zu kommen. CargoCap könnte mit herkömmlichen Transportwegen verknüpft, Ware also aus LKW oder Fliegern umgeladen und direkt zum Kunden gebracht werden. Mitbringen müsste der Investor zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro, sagt Helmut Karl vom Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik.

Vorerst Pilotstrecke geplant

Da sich in zwölf Jahren kein Geldgeber gefunden hat, scheinen die CargoCap-Initiatoren an der Uni Bochum und der Uni Duisburg-Essen aber nicht gleich mit dem Maximalen zu rechnen. Ein Investor für eine kleine Pilotstrecke, die in rund zwei Jahren zu bauen sei, der würde ihnen erstmal reichen.

Gerhard Wagner, Professor am Lehrstuhl für Maschinenelemente, denkt da an ein unterirdisches Warenverteilsystem für ein einzelnes großes Unternehmen. „Wir müssen ein Mal ein paar Kilometer bauen können, um zu überzeugen“, sagt er. So seien die Araber an CargoCap-Transporten interessiert. „Doch die kaufen nichts, was man sich nicht vorher ansehen kann.“ Auch in der Schweiz habe man schon Interesse gezeigt, in Korea ebenso.

Viel Interesse

Interesse am CargoCap zeigen viele. Lobende Worte zum Zukunftspotenzial, auch die gibt es en masse. „Das ist eine ernst zu nehmende Alternative zu klassischen Transportwegen“, sagte NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) gestern. Zumal der LKW-Verkehr im Ruhrgebiet an die Grenzen der Leistungsfähigkeit stoße. Besser für Klima und Gesundheit sei der unterirdische Transport ohnehin.

Straßen schon da

Trotz Lob – Geld vom Land gibt es nicht. Lienenkämper: „Subventionen sind nicht geplant.“ Sie seien nach der jüngsten Analyse auch nicht nötig. Kaum ist der Minister außer Hörweite, sagt Wagner allerdings, es sei schwer, ausschließlich private Investoren zu finden. „Die Unternehmen fragen, warum sollen wir in ein alternatives Verkehrssystem investieren, wenn die Straßen da und umsonst sind?“



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