Institut für soziale Bewegungen: Lesebuch enthält Geschichte des Ruhrgebiets
BOCHUM Es ist ein ambitioniertes Unternehmen. Nicht weniger als die Geschichte des Ruhrgebiets seit den Anfängen soll mit authentischen Quellenberichten auf 1000 Seiten zusammen gefasst werden.
Prof. Klaus Tenfelde (Foto v.Wangenheim)
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
Der Titel "Historisches Lesebuch Ruhrgebiet" verrät es: Es soll lesbar sein, vor allem auch in Schulen den Zugang zu unserer Vergangenheit möglich machen.
"Das soll man sich ruhig auf den Nachttisch knallen", sagt Prof. Klaus Tenfelde, der das nachhaltige Projekt mit Blick auf die Kulturhauptstadt am Institut für soziale Bewegungen initiiert und in der Stiftung Mercator Unterstützung gefunden hat. Alle Mitarbeiter des Instituts, dazu Doktoranden haben sich beteiligt.
Der Kritik gestellt Gestern stellten sich die Autoren bei einem Workshop im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets der Kritik von Experten aus verschiedenen Archiven des Ruhrgebiets. Danach wird die Endfassung des zweibändigen Werks entstehen, das im April 2010 erscheinen soll.In 18 Kapiteln geht es um die Frühindustrialisierung, die industrielle Revolution, das Arbeiterleben in der schwerindustriellen Erwerbswelt oder um die beiden Weltkriege, Strukturwandel, zum Schluss ganz aktuell auch um die Ruhrstadt und Kulturhauptstadt. Nach allgemeinen Einführungen der Autoren sprechen die Quellen für sich.
Originelle Dokumente
Die haben es manchmal in sich. Da spricht 1913 die Zechendirektion von Zollverein Essen, angesprochen auf verheerende Gesundheitsbelastungen, von "Kinderkrankheiten" ihrer Kokerei, während es doch die Kinder sind, die tatsächlich schwer erkranken. Zeitungsartikel von 1909 berichten von dem "Alkoholunfug" bei der Arbeiterschaft, Schulaufsätze zeigen, was Kinder 1942 vom Krieg hielten. 1923 fordert ein Herner Lehrer Entschädigung für seine von Soldaten beschlagnahmten Brieftauben. Statistiken und dröge Zahlen werden genauso fehlen wie bunte Hochglanzbilder. "Bildbände über das Ruhrgebiet gibt es genug", setzt Tenfelde klar Prioritäten.

























