Marathon hat begonnen: Lesen, Lesen, Lesen
BOCHUM 168 Stunden Lesung. Ohne Pause. Mehr als 200 Vortragende werden aus Romanen, Gedichten und Gesängen lesen. Die einwöchige Nonstop-Lesung zum Thema Tugend und Laster der literarischen Gesellschaft startete am Freitag mit einem bekannten Gesicht.
Joachim Luger erwies sich beim Lesemarathon als begnadeter Leser. (Foto: Stobbe)
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Dem Thema des Projekts „Tugend und Laster“ wurde er dabei in beiderlei Hinsicht gerecht. Die ergreifende Geschichte um einen verheirateten Bahnbeamten, der sich unsterblich in eine russische Gräfin verliebt, bediente den lasterhaften Teil des Themas. Doch als die Gräfin sich letztendlich ihrem kriegsversehrtem Gatten zuwendet, beweist Fallmerayer seine Tugendhaftigkeit und zieht von dannen.
Begnadeter Vorleser
Da Luger aber nicht nur ein erfahrener Schauspieler, sondern auch ein begnadeter Vorleser ist, fesselte seine Darbietung das Publikum förmlich an seine Stühle.
Doch nachdem er den symbolischen Staffelstab an Axel Schäfer übergeben hatte, leerten sich die Besucherränge sichtlich. Mit fortschreitender Stunde fanden sich immer weniger Zuhörer auf den Stühlen, die anfangs sogar aus dem Café-Bereich hinzu geholt worden waren.
Als Ben Redelings um 22 Uhr am Mikrofon Platz nahm, war das Publikum bereits sehr überschaubar. Dem sehr persönlichen und auch lustigen Auftritt des jungen Autoren war dies jedoch nicht abträglich.
Schwieriger Teil
Der schwierige Teil kommt erst noch auf die Vortragenden zu, wie Mitorganisator Ralph Köhnen zum Auftakt betonte: „Ein Marathon ist zu Beginn noch angenehm, ab Kilometer 25 schmerzen die Muskeln und bei Kilometer 32 möchte man am liebsten seine Gliedmaßen von sich werfen.“
Über zu wenig Unterstützung wird er sich jedoch nicht beklagen können. Auch am sonnigen Sonntag nutzten einige Menschen die Lesung offenbar als willkommene Rast beim nachmittäglichen Spaziergang.
Das Programm beschränkt sich aber nicht abwechsungslos allein auf Lesungen. Es wird szenische Darbietungen und auch musikalisch unterstützte Auftritte geben.

























