U20-Frauen-WM: Nationalteam verabschiedet sich mit 5:1 aus Bochum
BOCHUM Mit einem beeindruckenden 5:1-Sieg gegen die U20-Frauen-Elf aus Südkorea hat die deutsche Nationalmannschaft sich aus Bochum verabschiedet. Alle vier Spiele hat sie in dieser Stadt gewonnen. Im Stadion diesmal: eine euphorische Ottilie Scholz und 18.216 weitere Zuschauer.
Die Spielerinnen bedankten sich mit einem Banner: "Danke Bochum! - Auf nach Bielefeld". (Foto: Jens Lukas)
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
Der 5:1-Sieg zaubert den deutschen Fans ein breites Lächeln ins Gesicht. DFB-Präsident Theo Zwanziger strahlt mit der neben ihm platzierten Vizepräsidentin für Frauenfußball, Hannelore Ratzeburg, um die Wette. Ligapräsident Reinhard Rauball applaudiert im Stehen. Tae Young Moon, Südkoreas Botschafter, schaut trotz Niederlage freundlich in die Runde. Und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz wird zur Kanzlerin des Frauenfußballs. Ihre mädchenhafte, euphorische Freude ist ansteckend. Fast aufgeregt berichtet sie von der „tollen Stimmung“, dem Sieg und dass sie die zahlreichen La Ola- Runden durch das Stadion mitgemacht habe.
Wunderbare Fußballkulisse
Die Spielerinnen drehen eine Runde und bedanken sich bei der Stadt, die ihnen bei insgesamt vier Spielen eine wunderbare Fußballkulisse geboten hat. Eine Kulisse, die sich kaum vom doch eigentlich so übermächtigen Herrenfußball unterscheidet. Fast 80 000 zumeist lautstarke Fans lockte die deutsche Elf ins Bochumer Stadion.
Das Halbfinale begann zunächst jedoch leise. Mit einer Schweigeminute wurde den Opfern der Loveparade gedacht. „Uns allen ist es ein tiefes Bedürfnis, unsere Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen,“ sagt Steffi Jones, Präsidentin des Fifa-Organisationskomitees. Die Stille im vollen Stadion sorgt für Gänsehaut. Das dezente Klicken einiger Fotoapparate hinter dem Tor ist bis auf die Haupttribüne zu hören.
Trommeln, Gongs und topfartige Metallbehälter
Ein greller Pfiff der Schiedsrichterin lässt aus der Stille tosenden Jubel werden. Während sich die deutschen Fans mit den letzten Vuvuzelas als instrumentale Untermalung begnügen, haben die zahlreichen Südkoreaner Unmengen an Trommeln, Gongs und topfartigen Metallbehältern mit, auf die mit Schwung und Rhythmusgefühl eingedroschen wird. Südkorea hat Block I in Beschlag genommen. Mittendrin steht Cordula Naujoks, umhüllt von einer deutschen Fahne.
Bochum sagt Danke. See you 2011
Naujoks hat bei mehreren WM-Spielen in Dresden als Volunteer gearbeitet. „Jetzt wollte ich auch mal ein Spiel der Deutschen sehen“, sagt sie und hat sich neben den Karten für das Halbfinale in Bochum auch vorsorglich ein Ticket für das Finale in Bielefeld gesichert. Ihre Wette ist zum Glück aufgegangen. DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg wird in diesen letzten Tagen der U20-WM nicht müde, die Arbeit der Volunteers zu loben. „Einige nehmen extra Urlaub und lange Anreisen auf sich, um hier ehrenamtlich zu helfen“, betont sie.
Auch für ihren Einsatz tragen die Spielerinnen zuletzt ein Banner mit der Aufschrift „Danke Bochum“ durchs Stadion. Auf der Ostkurve wird ebenfalls ein Banner entrollt: „Bochum sagt Danke. See you 2011“.
„Wir haben eindrucksvoll gezeigt, was in diesem Stadion möglich ist“, sagt OB Ottilie Scholz. Bei der Frauen-WM 2011 gilt es dies auch zu beweisen, wenn kein deutsches Nationalteam in Bochum spielt.





















