Knappschaft: Norbert Blüm: 750 Jahre mit Solidarität gemeistert
BOCHUM „Bochum und die Knappschaft – das ist fast ein Synonym“, sagte Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Zum 750-jährigen Bestehen dieser Sozialversicherung gibt es eine große Sonderausstellung im Deutschen Bergbau-Musuem. Zur Eröffnung hielt Norbert Blüm den Festvortrag.
Mit Durchschneiden des Bandes wurde die Ausstellung offiziell eröffnet.: (v.l) Prof. Rainer Slotta, Direktor des Deutschen Bergbau-Museums, Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, Dr. Norbert Blüm, und Ulrich Freese, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. (Foto: Lichtblick)
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Für den Sozialstaat
„Warum hat die Knappschaft 750 Jahre überlebt? Was ist ihr Betriebsgeheimnis?“, fragte Blüm und hielt danach ein vehementes Plädoyer für die Errungenschaften des Sozialstaats. Auf Solidarität habe die Knappschaft gebaut, die 1260 als Bruderschaft zur Unterstützung armer und schwacher Bergleute erstmals urkundlich erwähnt wurde. Eine Eigenschaft, die unsere Gesellschaft, die darauf konditioniert werde, als Schnäppchenjäger den eigenen Vorteil zu suchen, auch heute dringend brauche.
Während in der ganzen Welt alles auf unser Grundmodell der Sozialversicherung zulaufe, die auf Gegenseitigkeit, auf Solidarität und Fürsorge beruhe, „versuchen wir hier als Geisterfahrer in eine andere Richtung zu laufen“, kritisierte Blüm. Auf Schleichwege würden die Arbeitgeber versuchen, aus ihrer Solidarverpflichtung heraus zu kommen.
66 Leihgeber
„750 Jahre Krise mit Solidarität gemeistert“, so formulierte es Blüm. So kann man es in der Ausstellung im Schwarzen Diamanten nach vollziehen. 66 Leihgeber haben neben dem Deutschen Bergbau-Museum zu einer Ausstellung beigetragen, die mit vielen Exponaten anschaulich die Geschichte dieser ältesten Sozialversicherung nach zu vollziehen.
Wertvolle Exponate
Museumsdirektor Prof. Rainer Slotta freute sich über viele wertvolle Exponate wie beispielsweise die silberne Bergkanne mit zwei Pokalen von 1477/1519 aus dem Goslarer Ratssilber, die nur höchst selten auf Reisen geht. Aber auch eine Panoramadarstellung des Bergbaus, die auf zehn Quadratmetern ein Bild des vorindustriellen Erzbergbaus von 1661 zeigt, gehört zu den sehenswerten Objekten.
Freitag (2.), 8.30 bis 17 Uhr, und Samstag, 10 bis 17 Uhr wird im Deutschen Bergbau-Museum ein Sonderpostamt eingerichtet, ausgestattet mit einem Sonderstempel zur Eröffnung der Ausstellung. Am Sonntag (4.) ist das Museum beim Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt zu besichtigen. Die Ausstellung läuft bis 20. März 2011. Im September beginnt eine begleitende Vortragsreihe. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

























