Atrium-Talk der Stadtwerke: Peer Steinbrück feiert Derbysieg statt Kanzlerkandidatur
BOCHUM Bestens gelaunt nahm SPD-Spitzenpolitiker Peer Steinbrück beim Atrium-Talk der Stadtwerke auf dem Podium Platz. NIcht, weil er vorzeitig zum Kanzlerkandidaten gekürt worden wäre. Sondern wegen eines Fußballspiels.
Peer Steinbrücks Auftritt beim Atriumtalk im November 2011 hat jetzt Folgen für das Sponsoring der Stadtwerke. (Foto: Tim Stobbe)
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Aber auch nach diesem sportlichen Einstieg stand mehr die Person Steinbrück als die politische Diskussion im Vordergrund. Selbst markige Aussagen Steinbrücks wie: „Der Sozialstaat ist ein Kulturgut“, wurden vom Fußballkommentator übergangen, um auf sein wohl gehütetes und geschätztes Familienleben einzugehen. Alles natürlich stets mit einem humorvollen Augenzwinkern, für das Steinbrück bekannt ist. Mit derselben trockenen Art kommentierte der ehemalige NRW-Ministerpräsident den Medienrummel, der um den verkehrt aufgestellten Schachtisch auf dem Umschlag seines Buches „Zug um Zug“ mit Altkanzler Helmut Schmidt gemacht wurde: „Damit haben wir in den großen Blättern die Gespräche des Europarats auf die hinteren Seiten verbannt.“
„Klare Regulierungen“
Mit der Erwähnung des Altkanzlers war dann auch endgültig der Bogen zur aktuellen Politik geschlagen. Als ehemaliger Finanzminister nahm Steinbrück natürlich vorrangig zur andauernden Finanz- und Europakrise Stellung. „Der außer Rand und Band geratene Finanzmarkt braucht klare Regulierungen“, so der Politiker.
„Insbesondere der Derivathandel ist völlig von der Realität abgehoben.“ Auf die Frage, was er von Forderungen halte, hochverschuldete Nationen wie Griechenland aus der EU fallen zu lassen, antwortete Steinbrück bestimmt: „Dieses Europa ist die Antwort auf 1945 und bewahrenswert. Und es ist die Zukunft. Europa und die USA sitzen nicht mehr allein am großen Tisch. Wir brauchen den europäischen Zusammenhalt, um unsere Position auch gegenüber den aufstrebenden Staaten und Volkswirtschaften zu halten.“
Eine klare Aussage und ein klares Bekenntnis zu Europa. Eines, wie es Steinbrück in einem Seitenhieb auf Kanzlerin Merkel derzeit vermisst.


























