U 20-WM der Frauen: Polizistinnen stehen Fußball-Teams zur Seite
BOCHUM. Seit die U20-Fußball-WM der Frauen in Bochum läuft, sind vier Polizistinnen im Sonder-Einsatz. Sie stehen den Mannschaften in der Vorrunde zur Seite und helfen auch bei ungewöhnlichen Problemen.
Gut gelaunte Helfer: Andrea Girruleit, Kirsten Amft, Alexandra Sieg und Claudia Vonau (v.l.) auf der Stadion-Tribüne. (Foto: Seiler)
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
Alexandra Sieg wusste nicht genau, wem sie die Daumen drücken sollte. Den deutschen U 20-Fußballerinnen oder dem Team aus Kolumbien.
Normalerweise ist das für die 28-Jährige natürlich keine Frage. Während der Gruppenphase der U 20-Frauen-WM in Bochum betreute die Polizeikommissarin als so genannte Kontaktbeamtin allerdings die Kolumbianerinnen. Und schon fiel die Entscheidung schwerer.
Das bekam auch Kollegin Andrea Girruleit zu spüren. "Deine Mädels sind ja alle viel größer. Das ist doch unfair", schimpfte Sieg beim Spiel Deutschland-Kolumbien.
Partie entspannt verfolgt
Girruleit grinste nur. Als betreuende Beamtin des deutschen Teams konnte sie die Partie entspannt verfolgen. "Die sind total professionell", berichtet die 34-Jährige. "Wenn da um 12.15 Uhr Abfahrt ist, sitzt spätestens um 12.10 Uhr die letzte Spielerin im Bus."
Auch Claudia Vonau war von "ihrer" Mannschaft Costa Rica beeindruckt. "Da war wirklich alles hervorragend organisiert."
Leggings ist auch ok
Nur eine Kleinigkeit hatte das Team nicht bedacht: Zum orangenen Dress der Torfrau fehlte die passende Radlerhose. Vonau telefonierte also vor dem Eröffnungsspiel halb Bochum ab, um eine solche aufzutreiben.
Am Ende gab es nur eine Leggings in der richtigen Farbe. Die Torhüterin freute sich trotzdem und schnitt sich die Hose einfach zurecht.
Schwimmbecken mit Eiswasser
Die Kolumbianerinnen zeigten sich ebenfalls flexibel. Eigentlich waren sie auf der Suche nach einer Regentonne, die sie mit Eiswasser füllen wollten. Als Alexandra Sieg stattdessen ein kleines Schwimmbecken besorgte, waren sie auch glücklich.
Als die Französinnen schwimmen gehen wollten, lud ein Bochumer Club das Team spontan in sein Vereinsbad ein. "Da waren die Mädels total begeistert", berichtet Amft, die normalerweise, wie ihre drei Kolleginnen, im Streifendienst arbeitet.
Neue Teams
Wenn am Mittwoch in Bochum die WM-Spiele Nigeria-Mexiko und Ghana-Schweiz stattfinden, betreut jede der vier Polizistinnen schon ein neues Team.
Kein Problem, findet Andrea Girruleit, die sich dann um Nigeria kümmert. "Das ist ein echter Traumjob. So etwas könnte ich jeden Tag machen." Vor Kollegin Alexandra Sieg muss sie sich diesmal übrigens auch nicht in Acht nehmen. Die übernimmt nämlich nicht Mexiko, sondern Ghana.

























