VfL-Bochum-Sammlung: Privatmuseum in blau-weiß
BOCHUM Michael Pöttgen ist VfL-Fan. Das allein ist in Bochum keine Seltenheit. Ungewöhnlich ist allerdings, mit welcher Leidenschaft der Straßenbahnfahrer dabei ist. Ein Besuch in seiner privaten Sammlung zeigt: Nicht nur Herz und Seele des 42-Jährigen sind Blau.
Das ist wahre Leidenschaft: Michael Pöttgen sammelt alles über den VfL Bochum. (Foto: Ines Eckermann)
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Fotostrecke VfL-Sammlung von Michael Pöttgen
„Am Anfang hatte die Postbotin eine ganze Umhängetasche voll mit Sachen nur für mich“, erzählt Michael Pöttgen. In der Tasche verbargen sich die Päckchen von Ebay und von Sammlerplattformen, mit Paninibildern, mit Trikots, Adventskalendern, Fotos und Wimpeln – alle vom VfL Bochum.Tägliche Suche
„Ich gucke fast jeden Tag bei Ebay“, erklärt Pöttgen, immer auf der Suchen nach etwas Neuem, das er er sammeln kann. Oft besucht er die Verkäufer persönlich, um beim Abholen des erstandenen Schatzes zu schauen, was da sonst noch so in Kisten und Schachteln schlummert.
Mittlerweile füllt seine Sammelleidenschaft mehrere Regalbretter, Kisten, Aktenordner, seit einiger Zeit sogar ein ganzes Zimmer. Zwölf Quadratmeter gesammelte Fußballliebe. „Das ist mein Zufluchtsort, wenn meine Frau eine Tupperparty macht“, scherzt Pöttgen.
Blauer Raum
Der 42-Jährige ist Straßenbahnfahrer bei der Bogestra, auch sein blauer Kapuzenpulli trägt das VfL-Emblem – mehr Bochum geht kaum. Genauso viel Bochum steckt in dem kleinem Raum, den er mit blauem Laminat ausgelegt hat. An der Wand prangt das selbstgemalte VfL-Zeichen, daneben Wimpel und alte Mannschaftsfotos. Oben auf dem Regal stehen signierte Derby-Fußbälle, die er mit gläsernen Dessertschälchen vom Wegrollen abhält.
Mittlerweile hat er über 1000 Einklebebildchen mit dem Gesichtern von Bochumer Fußballern. „Hinzu kommen natürlich noch die Doppelten“, sagt Pöttgen stolz. Viele wurden von dem abgebildeten Spielern signiert. „Ich laufe da wie ein kleines Kind mit meinem Aktenordner herum.“ Manchmal schickt er die Paninibilder an ehemalige Spieler zum Signieren. Manchmal helfen ihm alte Hasen wie Hans Walitzer oder Michael Eggert dabei, an ein Autogramm zu kommen.
Fahnen, T-Shirts, Schallplatten
Seine Familie konnte er mit seiner VfL-Leidenschaft noch nicht recht anstecken – seine Tochter schwärmt für die Konkurrenz aus Dortmund. „Aber ich habe zu ihr gesagt, wenn mir mal was passiert, darf sie die Sammlung nicht einfach verkaufen“, erklärt Pöttgen – auch wenn er den Sammlerwert auf fast 10.000 Euro schätzt.
In seinem privaten VfL-Museum finden sich in Plastikboxen und Schränken mittlerweile 20 Aufstiegs-T-Shirts, 54 VfL-Trikots – das älteste davon ist über 40 Jahre alt – Aufnäher, fein säuberlich in einen gläsernen Bilderrahmen gefasst, Fähnchen, Heimspielhefte, Autogrammkarten, alte Eintrittskarten. In einem kleinen Eckregal drängt sich ein VfL-Schoko-Weihnachtsmann an kleine Schallplatten, die vor vielen Jahren von Spielern des VfL besungen wurden. Daneben stehen Cola-Dosen mit VfL-Aufdruck und DVDs mit Spielmitschnitten.
Ordnung
Bilder und Aufkleber heftet er ordentlich in einen Aktenordner. „Und wenn einer voll ist, nehme ich mir den nächsten vor“, sagt Pöttgen und deutet zufrieden auf die vielen blauen Aktendeckel, alle im gleichen dunklen Blau-Ton des VfL. „Ich lege großen Wert darauf, dass die alle gleich aussehen“, deshalb kauft Pöttgen meist einen ganzen Schwung Aktenordner, wenn er welche im richtigen Blau erspäht.
Akribisch hält Pöttgen fest, welcher Fanartikel ihm noch fehlt, was er schon hat, aus welchem Jahr es stammt, ob das gute Stück signiert ist. Was er unbedingt noch haben möchte, ist das Heimspielheft von 1997 – VfL gegen Dortmund. „Das ist wie die blaue Mauritius“, davon wurden nur wenige gedruckt, weil die Produktion wegen des erdrückenden Übergewichts von Texten über den BVB für Unmut unter den Fans sorgte.
„Aber man wird nie alles haben können. Das Ganze ist wie ein Puzzle“, sagt Pöttgen. Eine lückenlose Sammlung von VfL-Spielerbildchen wird er aber nie bekommen können – denn die bunten Fotoaufkleber werden nur von Spielern der ersten Liga gedruckt. „Ob der Verein in der ersten, zweiten oder dritten Liga spielt, ist völlig egal – einmal VfL, immer VfL“, sagt Pöttgen.


























