Zuschuss: Schwere Zeiten für das Schauspielhaus
BOCHUM Dem Schauspielhaus fehlt Geld. Obwohl es eines der größten Theater Deutschlands ist, erhält es weniger Zuschüsse als Theater in Großstädten wie Düsseldorf und München. Anselm Weber bereitet seine Intendanz, die im kommenden Jahr beginnt, intensiv vor. Auch das kostet Geld.
Beliebt beim Publikum: "Eine Familie". (Foto: Horn)
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Wenn Rolf D. Suhl im Rund der Kollegen, den Verwaltungschefs der bedeutendsten deutschen Schauspielhäuser, zusammen sitzt, dann kann er auf "sein" Haus verweisen, dass mit seinen insgesamt knapp 1400 Plätzen eines der größten ist. Geht es dann allerdings um die öffentliche Zuschüsse, rangiert das Bochumer Haus weit hinten.
Hamburg, München oder auch Düsseldorf - da kann das Schauspielhaus Bochum nicht mithalten. 16 Millionen Euro beträgt in der Spielzeit 2009/2010 der Zuschuss. Düsseldorf hat beispielsweise drei Millionen Euro mehr zur Verfügung.
Häufig geäußerte Kritik
Auch wenn die Summe nicht beschnitten wurde, bedeutet das nicht, dass das Schauspielhaus nicht von Einsparungen betroffen ist. "Seit 2006 haben wir 2,9 Millionen Euro weniger zur Verfügung", erklärt Suhl. Der Kaufmännische Direktor antwortet damit auch auf die zuletzt häufig geäußerte Kritik, das Schauspielhaus als Leuchtturm bleibe von den Einsparvorgaben der Stadt verschont.
Tariferhöhung Allein 2008 schlug die Tariferhöhung mit 550 000 Euro zu Buche. Eine Summe, die jedes Jahr erneut aufgefangen werden muss. Zuschusskürzungen, nicht bewilligte Mehrkosten, Preissteigerungen beispielsweise bei Holz und Metall, das alles summiert sich. Auch zahlt das Schauspielhaus, seit es Anstalt des öffentlichen Rechts wurde, teilweise für Leistungen an die Stadt, muss andererseits Leistungen selbst übernehmen, die früher von der Stadtverwaltung erledigt wurden.Vorbereitungskosten für Weber
"Dieses Betriebsjahr, das bei uns vom 1. August 2009 bis 31. Juli 2010 läuft, wird besonders schwierig", weiß Suhl. Schließlich arbeitet nicht nur Elmar Goerden an seiner letzten Spielzeit und hat sich dafür viel vorgenommen. Auch Anselm Weber bereitet bereits intensiv seine Intendanz vor, will im September 2010 mit einem spannenden Programm beginnen. "Vorbereitungskosten wie früher üblich stehen jetzt nicht zur Verfügung", berichtet der Kaufmännische Direktor. "Wir müssen jeden Euro umdrehen."
Erhöhung der Eintrittspreise
Über eine Erhöhung der Eintrittspreise wird da natürlich nachgedacht. Die sind in Bochum wie im Ruhrgebiet generell sehr moderat. Unter Hartmann gab es die letzte echte Erhöhung vor sechs Jahren, seit 2006 wird eine zusätzliche Servicegebühr erhoben. "Der Start von Anselm Weber soll nicht mit einer Preiserhöhung belastet werden", sagt Suhl. Doch 2011 oder 2012 könnte es dann zu einer Erhöhung der Theaterkarten kommen.
Viele Produktionen Mit vier Spielstätten und knapp 1400 Sitzplätzen hat das Schauspielhaus ein Angebot, wie es etliche große Theater in Städten Hamburg, München oder Berlin nicht bieten können. Das bedeutet aber auch, dass viel produziert werden muss. "Wir können nicht die Preise wie in Hamburg oder München nehmen, stehen aber in Konkurrenz mit diesen Häusern", so Suhl. Mit Kreativität versuche man dieses Manko auszugleichen. Das gilt auch, wenn bekannte Schauspieler verpflichtet werden sollen, die an anderen Häusern höhere Gagen erhalten. Und trotzdem gerne an das Bochumer Haus kommen.Das tut auch das Publikum. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten nach der Sommerpause, läuft es inzwischen gut. Vor allem "Die Familie" und "König Lear" gehören zu den Publikumsmagneten.

























