Bergbau-Museum: Sonderausstellung 750 Jahre Knappschaft
BOCHUM Die Installation hat Symbolcharakter: Sieben übereinander stehende Figuren (Foto) markieren wesentliche Entwicklungsschritte der Sozialversicherung. Dass sie dabei gleichzeitig die beiden Ausstellungsebenen im Bergbau-Museum verbindet, ist ein positiver Nebeneffekt.
Dr. Christoph Bartels (r.) stellte zusammen mit DBM-Direktor Professor Slotta die Konzeption der neuen Sonderausstellung im Bergbau-Museum vor. (Foto: Aschwer)
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Noch gibt es "Orientierungsschwierigkeiten". Eine Woche vor Eröffnung der neuen Sonderausstellung lässt sich allenfalls erahnen, wofür der Aktenstapel steht und was eine alte Gulaschkanone hier zu suchen hat.
"Viele Bergleute waren auf eine Armenspeisung angewiesen", blickt Historiker Dr. Christoph Bartels zurück. Und ist gleich mitten im Thema. Der sozialen Absicherung der Bergleute. Einer jahrhundertealten Tradition. Nachweislich 750 Jahre. Am 28. Dezember 1260 wurde in Goslar eine Urkunde ausgestellt, die erstmals eine der Knappschaft ähnliche Organisation erwähnt. Die Geburtsstunde der Sozialversicherung.
Versicherung für alle
Getragen von Anfang an von den Eignern und von den Arbeitskräften der Gruben. Immer wieder dem Wandel unterworfen. Bis in die jüngere Vergangenheit. "2007 ist die Knappschaft-Krankenversicherung für alle geöffnet worden", sagt Herbert Metzger. Er erinnerte am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung daran, wie überhaupt die Idee entstanden ist.
Neuer Flyer
Ein neuer Flyer sollte aufgelegt werden. Und als die Frage, wie alt die Knappschaft nun ganz konkret ist, nicht beantwortet werden konnte, suchten die Verantwortlichen den Kontakt zu den Forschern des Bergbau-Museum. Drei Jahre haben sie gesichtet, in vielen Archiven recherchiert und zusammen getragen. Am Ende war die Urkunde von 1260 der älteste Nachweis für die Gründung der Knappschaft.
66 Leihgeber
Bei der Ausstellung im Bergbau-Museum gibt es aber viel mehr zu sehen. Exponate von insgesamt 66 Leihgebern. Ergänzt durch bislang nicht gezeigte Gegenstände und Dokumente aus den eigenen Sammlungen des Bergbau-Museums.
Unter den Exponaten finden sich Unikate wie L. Cranachs Porträt des Herzogs Moritz von Sachsen, die silberne Bergkanne mit zwei Pokalen von 1477/1519 aus dem Goslarer Ratssilber oder eine farbige Panoramadarstellung des Bergbaus im Oberharz von 1661. Zusammen bieten sie einen imposanten Abriss über die Entwicklung deutscher Sozialsysteme.

























