Alternative zum Ruhr-Marathon: Stadteigener Volkslauf im Gespräch
BOCHUM Der Ruhr-Marathon findet im nächsten Jahr bestenfalls in einer stark abgespeckten Version statt, weil der Hauptsponsor Karstadt abgesprungen ist. Auf Bochumer Boden wird wohl trotzdem Läufer-Schweiß tropfen: Es gibt Pläne für einen stadteigenen Alternativ-Marathon.
Canchanabury-Chef Reinhard Micheel (l.) ist treibende Kraft bei der Planung eines stadteigenen Marathons. (Foto: privat)
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
Halbe Distanz
Reinhard Micheel, Chef der Aktion Canchanabury und passionierter Hobby-Läufer, bestätigte am Donnerstag unserer Redaktion, dass nächstes Jahr „mit großer Wahrscheinlichkeit“ ein alternatives Marathon-Spektakel in der Innenstadt aufgezogen wird. „Möglicherweise nur ein Halbmarathon“, so Micheel. Dafür aber mit allem Drum und Dran wie Zusatz-Läufen über kürzere Distanzen für Schüler und Firmen. Als Veranstaltungstag komme durchaus der ursprüngliche Ruhr-Marathon-Termin in Frage: der 19. September 2010.
Stadt würde sich beteiligen
„Ja, es laufen Gespräche“, sagte auch Bochums Sportdezernentin Birgitt Collisi. „Die Stadt würde sich nicht finanziell, aber organisatorisch an diesem Event beteiligen.“
„Im Initiativkreis haben bis jetzt alle die Beine still gehalten, weil wir nicht der Killer des für die Region wichtigen Ruhr-Marathons sein wollten“, begründete Micheel die bisherige Geheimhaltung der Alternativplanung. Intensiv haben sich die Beteiligten dennoch Gedanken gemacht. Nicht zuletzt beflügelt vom Ärger über den 6. Ruhr-Marathon im Mai. Denn traditionell haben sich in der Vergangenheit beim Halbmarathon des Ruhr-Marathons besonders viele Breitensportler aus Bochum ins Zeug gelegt. Nachdem der Start aber bei der 6. Auflage von Dortmund nach Gelsenkirchen verlegt worden war, führte nur noch ein winziger Teil der Strecke durch unsere Stadt. „Darüber waren Läufer und Fans stinksauer“, sagte Micheel.
Sportler in Pink
Auch die Aktion Canchanabury litt unter der neuen Streckenführung: Zuvor waren stets viele hundert Läufer in pinken Logo-Shirts zugunsten afrikanischer Aids-Waisen gestartet und hatten der Hilfsorganisation reichlich neue Mitglieder und Spenden beschert. Damit war es in diesem Jahr erstmals bergab gegangen.

























