Interview: Stammzellenspende und was danach passiert
BOCHUM Nur eine Stammzellenspende kann Gretas Leben retten. Doch was genau ist das? Wer kann helfen? Bettina Steinbauer, Aktionsleiterin der Spenderneugewinnung bei der DKMS, erklärt die Stammzellenspende.
Bettina Steinbauer, Aktionsleiterin der Spenderneugewinnung bei der DKMS. (Foto: privat)
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Grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt. Ausschlussgründe sind unter anderem schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge oder auch chronische Erkrankungen.
Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen - eine Sache von fünf bis zehn Minuten und ein kleiner Pieks.
Wonach wird die Blutprobe untersucht?
Es werden Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Befunde werden anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD Ulm) weitergeleitet.
Die Aufnahme in die DKMS kostet 50 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?
Die Bestimmung der Gewebemerkmale des Blutes ist eine sehr aufwendige Laboruntersuchung. Wir wissen natürlich, dass nicht jeder seine Typisierungskosten selbst tragen kann. Aber auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro zählt!
Wann kommt man als Stammzellenspender in Frage?
Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann.
Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden?
Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.
Was geschieht mit den Blutproben, die abgegeben werden?
Alle Blutproben werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht. Im Labor werden zehn Gewebemerkmale analysiert. Entscheidend für eine Stammzellspende ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen.
Gesetzt den Fall, die Merkmale eines Spenders stimmen mit denen eines Patienten überein.
Was geschieht danach?
Kommt man als Spender in Frage, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Der potenzielle Spender wird gebeten, erneut eine Blutprobe abzugeben. Wird der Befund bestätigt, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Die bloße Registrierung bei der DKMS beinhaltet zunächst keine bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende.
Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?
Bei der Knochenmarkentnahme besteht gegebenenfalls für ein paar Tage ein lokaler Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich bei dieser Methode auf das übliche Narkoserisiko.

























