Behindertenfreundlichkeit: Straßenbahnlinien werden 2013 weiter ausgebaut
BOCHUM Wenn Mütter mit Kinderwagen, Rentner mit Rollator und Rollstuhlfahrer unterwegs sind, brauchen sie Platz in Straßenbahnen und Bussen - und einen ebenen Ausstieg ohne Stufen. Beim Thema Behindertenfreundlichkeit ist die Stadt zwar bereits relativ gut ausgestattet, möchte einige Dinge in diesem Jahr aber noch verbessern.
Weil die Stufe der Straßenbahn ist zu hoch für den Rollator der 77-jährigen Ruth Falarz, kann sie nur mit dem Bus fahren. (Foto: Katrin Ewert)
- Nachbergbauzeit Tagesbrüche: Langfristige Hilfe in Sicht
- Zurück in der Heimat Zwei-Jahres-Vertrag für "Funny" Heinemann
- Rettung Überfallopfer: Kassiererin (22) wieder wohlauf
- Westfalenliga 2: SW 08 Bayram Kollu wird zum Bayern-Fan
- Regionalliga West: Für die U23 des VfL Nur Sieg bringt Sicherheit
BVB-Fieber in Wembley und Dortmund: Wie ist die Stimmung bei den Fans in London? Was passiert in der Heimat? Mit uns verpassen Sie nichts: Unsere Reporter tickern rund um die Uhr und live vor Ort.Stufen als Problem
Bei den Bochumer Straßenbahnen sieht es ein wenig anders aus als bei den Bussen: Viele Bahnen halten mitten auf der Straße – hier kann man nur über eine große Stufe einsteigen.
Ruth Falarz kennt dieses Problem: Die 77-Jährige kommt gerade von einem Arzttermin und steht an der Haltestelle Weitmar-Mitte und will nun in Richtung Innenstadt. Normalerweise kein Problem, denn die Linien 308 und 318 kommen alle fünf Minuten. Mit ihrem Rollator kommt Ruth Falarz aber nicht über die hohe Stufe der Straßenbahn – die 77-Jährige muss auf den Bus warten.
Geduld gefragt
Während Ruth Falarz sich noch gedulden muss, bis sich in Weitmar etwas tut, können sich Fahrgäste mit Ziel Witten freuen: „Die Linie 310 wird im Moment komplett umgebaut“, sagt Sandra Bruns. Die Haltestellen seien bereits fertig und die neuen Bahnen bestellt. Bis es soweit ist, dass die neuen Wagen auch eingesetzt werden können, könne es aber noch fünf Jahre dauern, so die Pressesprecherin.
„Hier dauert es zwar noch ein wenig“, sagt Tanja Wißing, Pressesprecherin der Stadt Bochum, „in diesem Jahr werden aber auch einige Haltestellen fertiggestellt.“ Dazu gehörten zum Beispiel die Haltestellen Kunstmuseum, Hallenbad Querenburg und Werne Amt.
Treffen zum Austausch
Damit die Planer der Bogestra auch wissen, was das Beste für Fahrgäste mit Einschränkungen ist, treffen sie sich ein- bis zweimal im Jahr mit Behindertenverbänden. Hier wird alles diskutiert: Wie tief sollen die Stoppschalter angebracht werden? Wie viele Sitzplätze zum Herunterklappen für Fahrgäste mit Rollator sollte es geben? Hat ein Rollstuhlfahrer dann immer noch Platz? „Auf diesen Treffen werden Kompromisse gemacht, die dann umgesetzt werden“, sagt Bruns.
Außerdem bietet die Bogestra Trainings für Rollstuhlfahrer mit der Polizei an. Hier können Fahrgäste üben, in Bus und Bahn ein- und auszusteigen – und das ganz in Ruhe, außerhalb der Fahrzeiten.






















