Abgebranntes Wohnheim: Studenten warten immer noch auf Freizeiträume
BOCHUM Im September 2010 schon setzte der Funke eines Winkelschleifers das Studentenwohnheim „Haus Michael“ in der Nähe der Ruhr-Universität in Brand. Der Schaden ist immer noch nicht vollständig behoben.
Heimleiter Gerhard Kuriewicz zeigt, wo die neuen Räume entstehen. (Foto: Ines Eckermann)
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Der Schaden belief sich auf gut drei Millionen Euro – ohne die Kosten für das Mobiliar. Obwohl das Geld für die Sanierung durch Versicherung und Mieteinnahmen vorhanden ist, ist die Situation für die Studierenden weiter wenig wohnlich.
Nicht ausgebucht
Mittlerweile sind zwar alle Zimmer wieder nutzbar. Ausgebucht ist das Wohnheim dennoch nicht. Das sei nicht ungewöhnlich, sagt Wohnheimleiter Gerhard Kuriewicz. Dass es aber auch an den Brandschäden liegen könnte, schließt er nicht aus.
Interessenten für ein Zimmer im kleineren Gebäudeteil müssen erst durch einen langen Kellerflur gehen, bevor sie ins eigentliche Gebäude gelangen. Das mache nicht gerade einen heimeligen Eindruck.
Im sanierten Eingangsbereich angelangt, fallen die sich von der Decke windenden Glasfaser- und Stromkabel ins Auge. Die Zwischenräume zwischen den dicken Dachbalken geben fast eineinhalb Jahre nach dem Brand immer noch den Blick auf die Betondecke frei.
Unzufrieden mit Ablauf
„Ich bin unzufrieden mit dem gesamten Ablauf“, sagt Kuriewicz. Bis der Schutt aus den ehemaligen Gemeinschaftsräumen entfernt werden konnte, seien fast zwei Monate ins Land gegangen. Erst mussten Gutachter die Lage sichten, dann wurden die nötigen Arbeiten ausgeschrieben, schließlich musste der Abriss noch offiziell genehmigt werden und ein Schadstoffgutachten über den anfallenden Bauschutt erstellt werden. Das alles habe fast vier Monate gedauert, berichtet Kuriewicz.
Im März 2011 wurde dann zwei Wochen lang gebaggert und gebohrt, um das zerstörte Mauerwerk einzureißen. Nur die Außenwände blieben stehen. Neue Wände wurden bereits hochgezogen, auch Fenster und Internetkabel fanden bereits ihren Weg in die neuen Räume.
Dennoch: „Der ganze Flachbau steht seitdem noch im Rohbau“, sagt der Heimleiter. Das Problem dabei sei, dass die verschiedenen Subunternehmer des beauftragten Bauunternehmens aufeinander warten müssten. „Der Maler muss auf den Trockenbauer warten und der auf den Wasserinstallateur.“ Das halte den ganzen Betrieb erheblich auf, so Kuriewicz.
Auf Freizeiträume verzichten
Die Bewohner müssen also weiterhin und für unbestimmte Zeit auf ihre Freizeiträume verzichten. Das Klavier, die Tischtennisplatte, der Billardtische und der Kicker wurden während der Sanierung weggeschafft und auch der Sportraum muss erst neugebaut werden, bevor er benutzt werden kann.
Ein Gutes habe die Misere jedoch allemal: „Wenn die Räume fertig sind, werden sie schöner sein als vor dem Brand“, sagte Kuriewicz.

























