Bochumer Symphonie: Stützpfeiler des Konzerthauses bröckeln
BOCHUM Drei Orchesterstellen und eine Million Euro Betriebskosten sollen die Symphoniker einsparen. So steht es im gestern vorgelegten Haushaltssicherungskonzept. Das Sparvolumen entspricht ziemlich exakt Pacht und Betriebskosten für den umstrittenen Symphonie-Neubau.
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Das gestern veröffentlichte 597 Seiten starke Werk stellt jedoch eine klare Bedingung: Die Unterhaltungskosten der neuen Symphonie sollen um eine Million Euro gesenkt werden. Gleichzeitig müssen bis zu drei Orchesterstellen gestrichen werden.Wie die Reduzierung der Betriebskosten mit dem Neubau in Einklang zu bringen ist, müssen Kulturdezernent Michael Townsend und Generalmusikdirektor Steven Sloane noch darstellen.
Sofern eine Symphonie von der Politik überhaupt noch gewünscht wird.
SPD: Konzerthaus kein Grund für Koalitionsbruch
Die Grünen haben die Koalition mit der SPD immer auch an die Frage des Konzerthauses geknüpft. Sie wollen den Bau neben der Marienkirche angesichts der Haushaltssituation auf keinen Fall mittragen.
Die Koalition werde an dieser Frage nicht scheitern, erklärte jetzt SPD-Fraktionsvorsitzender und Symphonie-Befürworter Dieter Fleskes im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Doch wer soll sich jetzt bewegen? SPD oder Grüne? "Das ist offen", sagt Fleskes, betont aber: "Das Thema ist in der SPD nicht entschieden." Zuletzt hatte die Wattenscheider SPD betont, ein Konzerthaus könne sich die Stadt in der finanziellen Lage nicht leisten.
Etwa eine Million Euro müssten jährlich für Pacht und Betrieb der Spielstätte aufgebracht werden. Eine Million Euro sollen auch im gesamten Symphoniker-Budget gestrichen werden.
"Die Frage wird mehr aus dem Bauch heraus diskutiert", kritisiert Fleskes. Sachargumente, von denen eine Reihe für den Bau sprechen, schienen weniger zu ziehen. "Da hat der neue Parteivorsitzende Thomas Eiskirch eine schwere Aufgabe", sagt Fleskes mit Blick auf die Meinungsbildung in Ortsvereinen und Bezirken. Am kommenden Sonntag wird sich der Parteivorstand bei einer Klausurtagung mit dem Thema Symphonie beschäftigen.
Wichtig für das ViktoriaQuartier Eine endgültige Entscheidung müsse jetzt getroffen werden, betont der Fraktionschef. "Wenn es jetzt nicht gelingt, verabschieden wir uns von dem Konzerthaus." Dennoch will er eins nicht aus dem Auge verlieren: Die Bochumer Symphonie sei für die Entwicklung des ViktoriaQuartiers ungemein wichtig. Und damit nicht nur ein Kulturprojekt, sondern eine Infrastrukturentscheidung. Dieter Fleskes: "Wenn wir kein Konzerthaus bauen, überwiegt für die Stadt auf Dauer der Schaden mehr als der Nutzen."

























