Blitz-Marathon der Polizei: Trotz Ankündigung rasen Auto-Fahrer in die Falle
BOCHUM Groß ist die NRW-Blitzer-Offensive angekündigt worden. Die Polizei gab im Vorfeld sogar die Standorte der Radarkontrollen bekannt. Wirklich jeder Bochumer hat es wohl mitbekommen und war am Freitag angemessen unterwegs. Oder?
Blitzer-Marathon in Münster: Die Polizei hat am Samstagmorgen nach 24 Stunden eine positive Bilanz gezogen. (Foto: Claudia Staudt)
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Einladende Strecke
Deutlich zu schnell. Hier sind maximal 50 Stundenkilometer erlaubt. Zurecht, wie Polizeihauptkommissar Rolf Greulich findet: „Erst Ende vergangenen Jahres hatten wir hier einen schweren Unfall.“ Die Stelle lade zum schnellen Fahren ein.
Das merkt auch ein Paar im schwarzen Mercedes. Sie sind zu schnell und werden herausgewunken. „Das gibt eine Anzeige“, sagt Polizeikommissarin Sabine Sander. Die beiden waren also mindestens 21 Stundenkilometer zu schnell.
Karten-Zahlung
„Das brauche ich echt nicht“, ärgert sich der Fahrer und steigt aus seinem Wagen. Er ist nicht alleine. Weder mit seiner Ordnungswidrigkeit, noch mit seinem Ärger. „Ich wusste, dass geblitzt wird – aber ich hatte es eben eilig“, erklärt eine Dame, die gerade ihre EC-Karte zückt. 15 Euro muss sie löhnen, zehn Stundenkilometer zu schnell war sie. Sie nimmt es gelassen: „Es gibt Schlimmeres.“
Nicht jeder bleibt so ruhig, wenn die rote Kelle blinkt und die Männer in den grünen Uniformen einen zu sich ordern. „Viele sagen, sie würden sonst immer angemessen fahren, nur ausgerechnet jetzt nicht“, sagt Greulich und schmunzelt.
Er kennt die Ausreden. Und seine Pappenheimer: Neben ihm gibt ein Wagen wenige Meter nach der Geschwindigkeitskontrolle Gas. Beinahe trotzig heult der Motor auf. „Den erwischen wir auch noch irgendwann“, sagt Greulich und schüttelt den Kopf. „Hoffentlich gefährdet er bis dahin keine anderen Verkehrsteilnehmer.“
Geräte funktionieren
Es ist kalt am Freitag. Aber es könnte schlimmer sein. Die Geräte jedenfalls funktionieren trotz der Minusgrade einwandfrei. Und: „Immerhin regnet es nicht“, sagt Sander lachend und blinzelt gegen die Sonne. „Ich habe alles an, was geht.“ Mehrere lange Unterhosen, selbst gestrickte Socken, warme Polizei-Fellmütze – beinahe an allen Körperstellen können sich die Beamten gegen die Kälte schützen.
„Nur die Zehen werden irgendwann einfach kalt“, sagt Terstegen. Da tut es gut, wenn man mal für ein paar Minuten mit einem der Verkehrssünder im Einsatzwagen sitzen kann.
Wobei: So richtig viele Verkehrssünder seien es gar nicht, so Greulich. „Dank der Ankündigung haben wir viele disziplinierte Autofahrer“, sagt er und verweist auf den Sinn der Aktion: Man wolle kein Geld in die Kassen spülen, sondern für das Thema sensibilisieren.
Im Stadtgebiet Bochum hatte die Polizei von Freitag, 6 Uhr, bis Samstag, 6 Uhr, knapp 40 Messstellen aufgebaut: Die fünf Bochumer Wachbereiche betreuten jeweils acht Messstellen. Im gesamten Stadtgebiet waren zehn Messtrupps unterwegs – zwei je Wachbereich. Die Ergebnisse der bislang einzigartigen großen Blitz-Offensive in NRW wollen Polizei und Innenministerium am Montag veröffentlichen.
24-Stunden-Blitz-Marathon am Freitag auf einer größeren Karte anzeigen

























