Überstunden und Personalmangel: Bochumer Krankenhäuser klagen über leere Kassen
BOCHUM Wartelisten und Leistungseinschränkungen. Kliniksterben und Personaleinsparungen. Alles Schlagworte, die verdeutlichen, wie es um die Finanzlage deutscher Krankenhäuser steht: extrem schlecht. Auch in Bochum könnte sich die Situation in den nächsten Jahren dramatisch zuspitzen.
Allein auf weiter Flur: Krankenhauspersonal hat es auch in den Bochumer Kliniken nicht leicht. (Foto: dpa)
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BVB-Fieber in Wembley und Dortmund: Wie ist die Stimmung bei den Fans in London? Was passiert in der Heimat? Mit uns verpassen Sie nichts: Unsere Reporter tickern rund um die Uhr und live vor Ort.Petition in Berlin übergeben
Vor drei Tagen waren Kellerhoff und Froese in Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte zu einer Tagung eingeladen, rund 1000 Klinik-Geschäftsführer waren dem Ruf gefolgt und übergaben eine Petition an die Vertreter der Politik. „Es muss etwas passieren“, sagt Kellerhoff. Es sei ein einfaches Rechenspiel: Seit 2006 sind die Personalkosten aufgrund besserer Tarifabschlüsse um 15,9 Prozent gestiegen. Die Zahlungen an Kliniken für ihre Leistungen und Behandlungen erhöhten sich dagegen lediglich um 8,7 Prozent.
„Das ist eine Schere, die weit auseinander klafft“, kann Geschäftsführer Dietmar Ewerling auch aus seinem Haus, dem Martin-Luther-Krankenhaus berichten. Bedenke man, dass 70 Prozent der Kosten, die in einem Krankenhaus entstehen, Personalkosten seien, werde klar: Die erste logische Sparmaßnahme seien Personaleinsparungen. Und das bekommen letzten Endes die Angestellten und die Patienten zu spüren: „Die Arbeitsdichte nimmt erheblich zu“, so Ewerling. Weniger Personal kümmert sich um mehr Patienten. Überstunden und Personalmangel sind die Folge. Drastischer beschreibt es Froese: „Das Personal ist am Ende. Die tun mir leid. Die werden ausgenutzt und schlecht behandelt.“
"Geld falsch verteilt"
In der Zukunft wird das nicht ohne Folgen bleiben: „An manche Konsequenzen möchte man nicht denken“, sagt Froese und fordert: „Wir brauchen eine Milliarde.“ Das sei der Betrag, den die Tariferhöhungen die deutsche Krankenhauslandschaft in den vergangenen Jahren gekostet hätten.
„Es ist ja nicht so, dass das Geld nicht da ist. Es ist nur falsch verteilt“, sagt Froese. „Die gesetzlichen Krankenkassen sitzen auf einem Überschuss von 30 Milliarden Euro“, verweist Kellerhoff auf die jüngsten Schlagzeilen. Statt der angedachten Auszahlung an die Versicherten sei auch eine Rückführung an die Krankenhäuser denkbar. Schließlich komme das Geld da unter anderem auch her. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir den Sanierungsbeitrag an die Kassen gezahlt“, so Kellerhoff.
Alternativ könnte es ein Zuschuss auf die Leistungspreise der Krankenhäuser tun. „Derzeit ist die Situation alles andere als zufriedenstellend“, sagt Froese. „Muss es immer erst einen großen Knall geben?“
























