Reihe "re-classified" : Umgestaltetes Theater unter Tage
BOCHUM Othello, Gretchen, Karl May oder Tom Ripley - sie alle sind die neuen Helden des Theater unter Tages. Bekannte Figuren aus der Historie oder der Literatur sollen sich in der neuen Reihe "re-classified" tummeln - das ist die Vorgabe des Schauspielhauses an fünf junge Autoren.
Noch steht der Bauzaun vor dem Schauspielhaus. Die Treppenstufen müssen erneuert werden. Pünktlich zum Theaterfest am 27. September wird alles fertig sein. (Foto: v. Wangenheim)
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Den Anfang macht zum Spielzeitstart "Himmelangst" von Daniela Dröscher.
Spezieller Raum
Nachdem in der letzten Saison Kristo Sagor ins Theater unter Tage sein kuscheliges Wohnzimmer baute, soll auch in dieser Saison die kleinste Bühne im Haus in einen speziellen Raum verwandelt werden, der Ausgangspunkt für verschiedene Projekte sein kann. Dafür wurde der Bühnenbildner Thomas Goerge verpflichtet, der im Frühjahr mit dem "Trojanischen Pferd" seine grenzenlose Phantasie unter Beweis gestellt hat.
Drehstühle Er hat auf den bislang nackten Estrich einen neuen Holzboden einziehen lassen, in den man jetzt endlich auch mal Schrauben hinein drehen kann. Und statt der Zuschauerreihen flexible Drehstühle in den Raum gestellt. Das klingt simpel, entfaltet aber eine starke Wirkung."Der künstlerische Einheitsraum hat den Vorteil, dass wir mehr produzieren können, als das Haus sonst leisten könnte", erläutert Chefdramaturg Holger Weimar. Das bedeutet: Fünf statt drei Premieren.
Spannende Saison
Es könnte eine spannende Saison werden. Nicht nur, dass fünf junge Autoren Stücke für das Schauspielhaus schreiben. Mit den Inszenierungen wurden junge Regisseure beauftragt. Autoren und Regisseure werden eng zusammen arbeiten. Immer dabei ist auch Holger Weimar, der den Kontakt zu den Autoren hält. "Sie haben ja noch keine Routine, stehen noch am Anfang", erläutert er. Da begleitet er den Schreibprozess, bindet die Regisseure ein und hilft, aus dramaturgischen Sackgassen herauszukommen.
Himmelangst Zurzeit laufen die Proben für die erste Uraufführung: Himmelangst. Daniela Dröscher hat Figuren der Literatur in unsere Zeit transportiert. Othello, der inzwischen amerikanischer Präsident ist, trifft auf einem Flug in den Iran auf drei persische Flugbegleiterinnen: Gretchen, Johanna und Lulu. Regie führt Lilli-Hannah Hoepner.John Birke folgt mit "Bermudadreieck". Seine Helden haben zwei Identitäten: Karl May, Tom, Ripley und Emilia Erhard, eine Flupionierin, die 1937 unter mysteriösen Umständen verschwand. Katharina Schmidt, die bereits beim Heidelberger Stücke markt ausgezeichnet wurde, schreibt an ihrem Stück. Ob wie geplant Sofi Oksanen wie geplant für die vierte Uraufführung sorgt, ist ungewiss. Die finnische Autorin ist zurzeit so erfolgreich, erhält einen Preis nach dem anderen, dass sie einfach nicht zum Schreiben kommt.

























