Ruhr-Universität: Uni-Neubau versus Wald
BOCHUM. Es gibt Ärger an Ruhr-Universität. Nach der Errichtung des Gebäudes ID im Osten soll jetzt auch im Westen ein neues Institutsgebäude errichtet werden. Von Seiten der Uni und der Denkmalschutzbehörde wird für das GD ein Standort im Wald präferiert. Dagegen regt sich Widerstand.
Der Parkplatz im Nordwesten der Uni war in der Diskussion, kommt als Bauplatz aber nicht in Frage. (Foto: Kühlem)
Artikel aus diesem Ressort
"Nicht nur wir als AStA, auch viele Bürger kritisieren die Waldrodung und Hügel-Einebnung", erklärt Marco Dorigo aus dem Ökologie-Referat des Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der Ruhr-Uni (AStA). Auf einer Bürgerversammlung Anfang Juli in der Bezirksverwaltungsstelle Süd seien viele Menschen sehr aufgebracht gewesen.
Auf Unverständnis beim AStA triff der Bebauungsplan auch, weil es aus Sicht der Studierenden eine gute Alternative gibt: Die Errichtung des Gebäudes GD im Süden der G-Reihe. Dort finden sich Park- und Tennisplätze.
Alternativ-Standort: Parkplatz
"Der Verlust der Parkplätze könnte durch Aufstockung des Parkhauses West kompensiert werden, das sowieso sanierungsbedürftig ist", so Dorigo. Auch einer Verbindung aller Gebäude sei mit diesem Standort möglich.
Anders sieht das Stadtbaurat Ernst Kratzsch: "Man muss die ganze Rochade sehen, die an der Universität passieren wird", sagt er. Und dazu gehört nach jetzigem Planungsstand für die Mittelachse der Uni auch der Abriss der Bibliothek und ihre Neuerrichtung zwischen Mensa und GA. Im Untergeschoss aller verbundenen G-Gebäude sollen dann die Instituts-Bibliotheken zu finden sein.
Ina Schwarz, Baudezernentin der RUB, weist zudem auf Probleme mit dem Amt für Denkmalschutz hin: "Die Uni steht zwar noch nicht unter Schutz, aber es gibt die Abmachung, dass die Denkmalpflege bei Veränderungen befragt wird." Von dieser Seite gäbe es die klare Vorgabe, dass die Gesamt-Silhouette erhalten bleiben soll. Dies sei bei einer Bebauung südlich der G-Gebäude nicht der Fall.
AStA will notfalls klagen
Der AStA will diese Argumente nicht gelten lassen: "Der Grundriss wird durch die Neugestaltung der Hauptachse sowieso aufgerissen. Dagegen steht ein massiver Eingriff in die Natur." Vergangenen Woche hat die Studierendenvertretung deshalb eine klare Stellungnahme zum Bauverfahren eingereicht und behält sich eine Klage gegen den Bebauungsprozess vor.
Die Verzögerung, die das mit sich bringen würde, stößt wiederum auf Unverständnis an der Uni, die 2013 wegen der doppelten Abitur-Jahrgänge 4900 weitere Studienplätze anbieten muss. Verwaltungsleiter Karl-Heinz Schloßer: "Ich finde es schon merkwürdig, dass sich eine Studierendenvertretung keine Gedanken macht, wie zukünftige Generationen studieren sollen."
















