Jugendamt: Vormundschaft bereits auf neue Füße gestellt
BOCHUM Mit ihren Plänen zur Verbesserung des Kinderschutzes rennt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Bochum offene Türen ein. Die Stadtverwaltung hat im vergangenen Jahr nach den auch bundesweit diskutierten Fällen "Kevin" und "Justin" reagiert.
Dolf Mehring wünscht sich ein engeres Zusammenspiel mit der Justiz. (Foto: Archiv)
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"Wir haben den Bereich Vormundschaft auf neue Füße gestellt", berichtet Jugendamtsleiter Dolf Mehring. Konkret bedeutete dies, dass die Zahl der Fälle pro Amtsvormund auf ca. 50 beschränkt ist - und damit eine entsprechende Betreuung gewährleistet ist. Eher die Ausnahme in Deutschland. Oft sind es 100 oder gar 120 Fälle pro Vormund. Das soll sich nach dem Willen der Ministerin jetzt ändern.
Schulung und Hilfe für Vormünder Bochum ist da schon einen Schritt weiter. Neben den fünf Mitarbeitern in der Verwaltung (für insgesamt 196 Vormundschaftsfälle in 2009) finanziert die Stadt eine Stelle beim Kinderschutzbund. Die beiden Teilzeitkräfte qualifizieren künftige Vormünder, stehen ihnen zudem bei den alltäglichen Probleme mit Rat und Tat zur Seite. Auch mit dieser Hilfe macht die Verwaltung ihre Zielsetzung deutlich. Priorität habe die private Vormundschaft. "Oft keine einfache Suche", wie Dolf Mehring offen zugibt. Zusammenspiel mit Justiz Deshalb wünscht sich der Jugendamtsleiter ein engeres Zusammenspiel mit der Justiz - und nimmt dabei auch die Ministerin mit in die Pflicht. Konkret fordert er, dass die Kinder schneller Bescheid über ihren künftigen Vormund wissen. "Das ist ganz wichtig", spricht Mehring aus langjähriger Erfahrung. An der Verwaltung jedenfalls soll die Sache nicht scheitern. Das sonst übliche Verbot, freie Stellen nicht wieder zu besetzen, gilt deshalb für diesen Bereich ausdrücklich nicht.

























