galerie januar: Zeichnen mit dem Rasenmäher
BOCHUM Der Rasenmäher ist sein Werkzeug. Der Künstler Ralf Witthaus mäht seine Zeichnungen in das Wiesental.
Ralf Witthaus und sein Assistent Christian Heufelder haben die erste von zehn Bahnen fast vollendet. (Foto: v. Wangenheim)
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Seit 13 Jahren tritt der Kölner Künstler mit seinen Rasenmäherzeichnungen im In- und Ausland hervor, jetzt ist das Wiesental für eine Woche sein Arbeitsfeld. Die Reaktionen in Bochum kommen prompt, schneller als anderswo. „Der macht ja den Rasen kaputt“ oder „Was ist daran Kunst?“ – der Anfang für ein Gespräch ist schnell gefunden.
"Gahlenscher Kohlenweg"
Die galerie januar, mit anderen Kunstvereinen des Ruhrgebiets am Projekt „Gahlenscher Kohlenweg“ beteiligt, hat Ralf Witthaus (Foto) eingeladen und wird jetzt auch schon mal eingespannt zum Rechen und Einsammeln des Grases. Die Zeit ist schließlich knapp bis zum Samstag, wenn um 17 Uhr das „Richtfest“ gefeiert wird. Denn die Gespräche mit den Anwohnern und Hundebesitzern will der Künstler nicht missen.
Aquatiles Denkmal
Den einen erzählt er von der Bergbau-Vergangenheit, den anderen von der Entstehung des Freibads 1950, von seiner Arbeit oder warum sein Werk den Titel „Vortrieb – das aquatile Denkmal„ trägt. So verbinden sich für ihn Vergangenheit und Gegenwart.
Immer wieder stellt Witthaus fest, wie die Spaziergänger, von denen so mancher kaum jemals ein Museum betritt, sich für die Kunst öffnen. „Dabei ist meine Arbeit formal ja sehr sperrig“, wundert sich der Kölner ein wenig. Die langen, geraden Bahnen mit ihren Verdickungen am Anfang und Ende erinnern an die Orientierungslinien des nahen Freibads des Schwimmvereins Blau-Weiss. Bis zur Grasnarbe entfernt er das Gras – im Bewusstsein, dass in wenigen Wochen nichts mehr zu sehen sein wird.
Arbeit als Fest
Aufsehen erregt auch seine Kleidung. Witthaus mäht im schwarzen Anzug und weißem Hemd. „Die Arbeit muss ein Fest sein“, sagt er, spricht über die veränderte Rolle der Arbeit in unserer Gesellschaft und bekennt: „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als hier auf dem Rasen zu stehen und zu malochen“. Von 11 bis 19 Uhr kann man ihn in dieser Woche dabei beobachten – irgendwo zwischen Freibad und Friederikastraße.

























