Leichtathletik-EM: Kosenkow hat das Halbfinale in den Beinen
WATTENSCHEID/BARCELONA. Das Unternehmen Titelverteidigung gibt es nicht. Jan Fitschen weiß: Wenn am Dienstag um 21.05 Uhr bei der Leichtathletik-Europameisterschaft der Startschuss für das 10 000 Meter-Rennen fällt, wird eine knappe halbe Stunde später ein anderer den Titel gewinnen.
Die herausgestreckte Zunge ist sein Markenzeichen: Alexander Kosenkow will nach seinem DM-Titel über die 100 Meter nun bei der EM in Barcelona das Halbfinale erreichen. (Foto: dpa)
Dass er in Barcelona überhaupt an der Startlinie stehen wird nach seinen langwierigen, zermürbenden Plantarsehnenproblemen, das ist für den amtierenden 10.000 Meter-Europameister aus Wattenscheid schon ein Sieg. Natürlich keiner, der sich mit dem EM-Triumph von Göteborg 2006 vergleichen ließe. "Aber mein Ziel habe ich mit der EM-Teilnahme schon erreicht", meint Fitschen. "Ich spekuliere, dass ich mich selber überrasche", sagt er. Sicher positiv ist, dass neben seinem Wattenscheider Teamkollegen Christian Glatting auch noch der Tübinger Filmon Ghirmai am Start ist; da kann man sich eine gemeinsame Strategie überlegen.
Größter Karriereerfolg
Für Wattenscheids Christian Glatting ist die EM-Teilnahme "definitiv die größte Nummer" seiner bisherigen Karriere. "Ich bin gespannt auf die Sache", sagt er. Ein konkretes Ziel will er nicht formulieren, nur soviel: "Für mich ist wichtig, dass ich meine Leistung abrufen kann."
Ziel: 10,40 Sekunden
Die einen nennen Alexander Kosenkow Altmeister, andere sagen schon länger Routinier zu ihm. Zuletzt wurde der Wattenscheider Sprinter durchaus überraschend Deutscher 100 Meter-Meister, und seine Zeit von 10,29 Sekunden brachte ihm auch die Einzelnominierung für die EM in Barcelona ein. Am Dienstagabend stehen in Spanien ab 19.15 Uhr die 100 Meter-Vorläufe an, insgesamt sind inklusive Finale nur drei Runden vorgesehen. Der Routinier aus Wattenscheid hat sich ausgerechnet, dass eine Zeit um 10,40 Sekunden zum Weiterkommen reichen dürfte. Und das bedeutet: Vollgas.
Halbfinale machbar
"Man kann im Vorlauf nicht auf locker machen, da muss ich schon alles geben. Die zweite Runde ist ja bereits das Halbfinale. Aber es ist auf jeden Fall machbar, wenn die Bedingungen stimmen", meint Kosenkow. "Mit dem DM-Titel habe ich jetzt noch mal meine Form bestätigt. Auch wenn das Meisterschafts-Wochenende in Braunschweig anstrengend war, fühle ich mich gut. Die Regeneration war okay", sagt der Mann, der bei den Olympischen Spielen in Peking Fünfter mit der deutschen 4x100 Meter-Staffel war.













