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Sportkongress in Bochum
Vereinsarbeit wichtig für die Integration
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| Von Jörg Laumann am 7. Februar 2010 16:10 Uhr | ||
| BOCHUM Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann nutzte den Kongress "Zukunft.Sport.Verein" in Bochum, um auf die schlechte finanzielle Unterstützung für Aktive in weniger publikumsattraktiven Sportarten hinzuweisen. | ||
"Immer weniger junge Athleten sind bereit, das Wagnis Leistungssport einzugehen, weil sie es sich nicht leisten können", erklärte die 27-Jährige zum Auftakt ihres Vortrags im RuhrCongress. "Ich finde diese Entwicklung verhängnisvoll." Grundsätzlich sei es wichtig, die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen in Vereinen zu fördern, da diese für deren weitere Entwicklung eine wichtige Rolle spiele. "Sportvereine prägen Persönlichkeiten", so Heidemann. Angesichts von 2,8 Millionen Migranten in den deutschen Sportvereinen sei auch deren integrative Funktion hoch zu bewerten. "Gemeinsame sportliche Aktivitäten können auf natürliche Weise oftmals mehr bewirken als staatliche Integrationsprogramme", befand die Olympiasiegerin. Die Integration von Menschen nichtdeutscher Herkunft in das Vereinsleben stand später auch im Mittelpunkt eines der Diskussionsforen beim Kongress. Yunus Ulusoy vom Zentrum für Türkeistudien gab zu bedenken, dass man die integrativen Angebote im Sportverein differenziert ausgestalten müsse. "Portugiesen oder Italiener habe sicherlich ganz andere Wertvorstellungen als stark religiös verwurzelte muslimische Frauen", führte er aus. Um Letztere für Sportangebote gewinnen zu können, sei zum Beispiel auch der Dialog mit Moscheevereinen erforderlich. Martina Sauer, Vorsitzende des Linden-Dahlhauser Turnvereins, meldete sich aus dem Plenum zu Wort und bestätigte Ulusoys Position. "Auf unser Angebot eines Kurses für muslimische Frauen hat sich keine einzige Dame gemeldet", berichtete sie, "nur ein Herr, der sich davon überzeugen wollte, dass man bei uns auch ganz unbeobachtet Sport treiben kann." Ingesamt diskutierten an den beiden Kongresstagen rund 1200 Delegierte aus nordrhein-westfälischen Sportvereinen mit zahlreichen Referenten, darunter auch der Schauspieler Uwe Ochsenknecht, der als Jugendlicher für den Fußballverein Waldhof Mannheim aktiv war. Sein Thema war unter anderem das veränderte Anforderungsprofil an Idole im Profisport. "Uwe Seeler musste früher nicht den Kasper machen, wie heute etwa ein David Beckham", führte Ochsenknecht aus. "Der war einfach nur Fußballer". |
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