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Explosion bei Rütgers: Acht Verletzte
Von Benedikt Reichel und Peter Wulle am 6. Februar 2008 19:31 Uhr
RAUXEL Eine Explosion in der Teerdestillation der Firma Chemical Rütgers erschütterte am Mittwoch gegen 16.25 Uhr Rauxel. Am Himmel zog eine schwarze Rauchwolke in Richtung Innenstadt. Acht Werksangehörige wurden nach Angaben der Feuerwehr durch das Rauchgas leicht verletzt.

Feuer in den Rüttgerswerken in Castrop Rauxel
Ein Chemiewerk in Rauchschwaden. Bei Rütgers Chemicals gab es am Mittwoch eine Explosion.
Foto: Benedikt Reichel
„Plötzlich gab es einen richtig derben Knall und die Scheiben wackelten“, sagt Ramona Becker. Angesichts der dicken schwarzen Rauchwolke schloss Kioskfrau Ramona Becker vorsichtshalber erst einmal ihre Verkaufsluke. „Das hat so was von gestunken.“
Kein Wunder. Der Rauch kam direkt von der wenige hundert Meter entfernten Teerdestillation der Rütgers Chemicals. Aus noch ungeklärter Ursache kam es kurz vor halb fünf in unmittelbarer Nähe oder gar in der größten Teerdestillation der Welt zu einer Explosion.

Verdacht auf Rauchgasvergiftung

Acht Werksangehörige wurden nach letzten Angaben der Feuerwehr mit leichten Prellungen und Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei sperrte umgehend den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße in nördlicher Richtung bis zur Victorstraße. Auch der Zugverkehr musste aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt, der Hauptbahnhof geräumt und von den Beamten bewacht werden. Rund um die Rütgers-Werke machte sich eine gespenstische Stille breit.

Keine Hinweise auf Gefährdung

 Die Anwohner hielten Fenster und Türen geschlossen. Erst nachdem der Wind sich gedreht hatte, wagten sich die ersten Schaulustigen aus ihren Häusern. Umgehend wurden auch Luftmessungen vorgenommen. „Bisher liegen keine Hinweise auf Gesundheitsgefährdungen vor“, so Michael Wolters, Sprecher der Castrop-Rauxeler Feuerwehr.
Gegenüber von Ramona Beckers Kiosk steht Friseur-Azubi Tuba Akdi der Schreck auch eine halbe Stunde nach der Explosion noch ins Gesicht geschrieben. Mit mulmigem Blick betrachtet sie den großen Riss, der sich von oben nach unten über die Schaufensterscheibe des Friseursalons erstreckt. „Ich dachte, mir kommt die ganze Scheibe entgegen“, sagt sie.

Produktion eingestellt

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In unmittelbarer Nähe des Rütgers-Werkes hat die Firma IFT Fasertechnik im neuen Mittelstandspark West ihren Sitz. Sie stellte ihre Produktion nach dem explosionsartigen Knall sofort ein. „Es war heftig laut und die ganze Bude hat gewackelt“, berichtet Mitarbeiter Matthias Obelode. Mit den zu der Zeit anwesenden acht Beschäftigten verließ er umgehend das Gebäude. „Wir produzieren eigentlich rund um die Uhr, werden aber heute wohl nicht vor 22 Uhr die Arbeit wieder aufnehmen können“, schätzte Matthias Obelode die Lage ein.

Nach einer Stunde unter Kontrolle

Nach gut einer Stunde hatte die Feuerwehr dann den Brand in der Teerdestillation unter Kontrolle. Bereits um 17.26 Uhr fuhren bereits wieder die ersten Busse und Pkw über die zuvor gesperrte Bahnhofstraße. Sechs Minuten später erhielt die Bahn wieder freie Fahrt und auch Ramona Becker hat um kurz vor halb sechs ihren Kiosk wieder geöffnet. „Das Geschäft muss ja weitergehen“, sagt sie und fügt mit ernster Miene hinzu: „Ich hoffe nur, dass niemandem etwas Ernsthaftes passiert ist.“

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