Chaos im Rat: Bürgermeister übt Selbstkritik
CASTROP-RAUXEL Bürgermeister Johannes Beisenherz (SPD) ist nach einer teilweise chaotisch verlaufenen Ratssitzung am Freitag mit sich selbst ins Gericht gegangen.
Im Stadtrat war am Donnerstag das Chaos zu Hause. (Foto: Archiv)
Wie bereits berichtet, drohte die Ratssitzung über die Besetzung der Ausschüsse und Gremium teilweise außer Kontrolle zu geraten, weil die UBP vehement einen ihr vermeintlich zustehenden Platz im EUV-Verwaltungsrat reklamierte.
Pannenserie In diesem Zusammenhang reihten sich mehrere Pannen aneinander: Die Verwaltung hatte eine Vorlage zur Abstimmung erarbeitet, die die noch gar nicht vollzogene Erweiterung auf 13 Personen in dem EUV-Gremium beinhaltete. Um UBP und WIR aus dem Gremium fern zu halten, bildeten die übrigen sechs Fraktionen auf Vorschlag von SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch eine gemeinsame Liste, die den Erfolg der UBP erst ermöglichte. Der Rat ließ jeweils eine Liste von UBP und WIR zu, was rechtlich nur Gruppen und Fraktionen möglich ist. Erst durch diese Kombination von Fehlverhalten war es möglich, dass die UBP überhaupt zu ihrem vermeintlichen Platz im EUV-Verwaltungsrat kam. Der ihr dann aber wieder genommen wurde, weil Beisenherz die Wahl für nichtig erklärte.Einige schimpften
Während Grünen-Politiker Ulrich Werkle ("Es gab ein bisschen Durcheinander") bemüht war, den Eklat herunterzuspielen, ging die FDP mit der Verwaltung und Beisenherz hart ins Gericht: "Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und wurde von der UBP vorgeführt", gab Fraktionschef Christoph Grabowski klare Schuldzuweisungen.
Von der CDU gab es offiziell keine Stellungnahme. Allerdings war das Schimpfen von Ratsherr Josef Berkel nicht zu überhören: "So etwas mache ich nicht noch einmal mit", sagte er beim Verlassen des Rathauses.
Lesen Sie in der Samstagsausgabe der Castrop-Rauxeler Ruhr Nachrichten das Kurz-Interview mit Bürgermeister Beisenherz.















