Organspende: Das schönste Geschenk ist eine Niere
CASTROP-RAUXEL Für die kleine Marie-Sophie aus Castrop-Rauxel steht ein besonders schönes Weihnachtsfest bevor: Nach einer Nierentransplantation ist die Zweijährige nicht mehr auf die Dialyse angewiesen.
Waltraud und Michael Stroewer steht mit ihrer Enkelin Marie-Sophie eine schönes Weihnachtsfest bevor. Die Zweijährige hat ihre Nierentransplantion offenbar gut überstanden. (Foto: Laumann)
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Anfang November dieses Jahres erreichte die Stroewers die positive Nachricht: Für ihre Enkelin war eine Spenderniere gefunden worden. In einem rund vierstündigen Eingriff transplantierten die Ärzte im Universitätsklinikum Essen das Organ.
Eine ganz andere Lebensqualität
Bislang hat Marie-Sophie die Operation offenbar gut überstanden. Trotz der Krankheit sei sie immer schon ein freundliches Kind gewesen, berichtet Waltraud Stroewer. "Jetzt merkt man ihr aber an, dass sie eine ganz andere Lebensqualität gewonnen hat.
Das Kind muss zwar weiterhin Medikamente einnehmen, die Dialyse und der damit verbundene Zwang, immer im eigenen Haus zu sein, fallen nun aber ebenso weg wie die eingeschränkte Ernährung.
Sicherheit erst nach einem Jahr
"Marie-Sophie durfte zuvor nur Spezialnahrung zu sich nehmen", sagt Waltraud Stroewer, "jetzt darf sie fast alles essen."
Lediglich Grapefruit und Johanniskraut muss sie meiden, da hierdurch die Spenderniere abgestoßen werden könnte. Insgesamt kann erst nach einem Jahr sicher davon ausgegangen werden, dass der Marie-Sophies Körper das Organ dauerhaft annimmt.
Die neue Niere hält bis zu 25 Jahre lang
Dennoch wird das Thema Organspende zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal akut werden. Bei optimaler Entwicklung sei davon auszugehen, dass die Spenderniere 20 bis 25 Jahre funktionieren könne. "Danach müsste es eine weitere Transplantation geben", erklärt Michael Stroewer, "oder Marie-Sophie wäre wieder auf die Dialyse angewiesen."
Nicht nur vor diesem Hintergrund ruft Waltraud Stroewer dazu auf, dass sich mehr Menschen als Organspender zur Verfügung stellen sollen. "Es ist wichtig, dass sich gerade auch viele junge Leute einen Spenderausweis zulegen", sagt die SPD-Ratsfrau.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hatte unlängst auf stagnierende Zahlen bei der Registrierung von Organspendern in Deutschland hingewiesen. "Viele Menschen haben eine eigentlich unbegründete Angst davor, nach ihrem Tod Organe zu spenden", sagt Michael Stroewer, "es herrscht noch großer Informationsbedarf."

















