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Medienhaus Lensing
11.01.2012 16:01 Uhr
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Palliativ-Netzwerk: Kostenlose Hotline macht Helfer leichter erreichbar

CASTROP-RAUXEL Schwerst kranke Menschen an ihrem Lebensende zu begleiten, hat sich das Palliativ-Netzwerk Herne/Castrop-Rauxel zur Aufgabe gemacht. Jetzt konnte eine kostenfreie Telefon-Hotline unter der Nummer 0800/9009191 eingerichtet werden.Von Peter Wulle

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Dank einer Spende von Dr. Karsten Stegemann (2.v.l.) konnte das Palliativ-Netzwerk jetzt eine kostenfreie Hotline einrichten. Darüber freuen sich (v.l.): Dr. Wolfgang Scherbeck, Susanne Rosenberger und der Vorsitzende Anton Preissig. 

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Seit 2007 versuchte der Verein sein Angebot zu verbessern. „Unser Wunsch war es immer, leicht erreichbar zu sein. Nun können uns Betroffene und Angehörige, aber auch Haus- und Fachärzte, Pflegedienste und andere Interessierte kontaktieren. Wir versprechen, dass sich innerhalb von 24 Stunden jemand kümmert“, sagt Anton Preissig, der Vorsitzende des Palliativ-Netzwerks, in dem sich Ärzte und Pflegedienste organisiert haben.

In Castrop-Rauxel wurden von dem Netzwerk im vergangenen Jahr 150 Patienten zuhause oder in Seniorenheimen ambulant versorgt. „Und die Zahl steigt, wir werden zunehmend in Anspruch genommen“, so Anton Preissig.

Lebensqualität in letzter Lebensphase

„In der Palliativmedizin geht es darum“, erklärt Dr. Wolfgang Scherbeck, „dem Menschen in der letzten Lebensphase noch Lebensqualität zu geben – über Schmerzlinderung oder über die Wegnahme von Übelkeit.“ Und Anton Preissig ergänzt: „Uns zeichnet aus, dass 80 Prozent unserer Patienten nicht in stationären Einrichtungen sterben. Was ja auch dem Wunsch der Patienten entspricht, möglichst zuhause zu sterben.“

Im Netzwerk arbeiten sowohl Ärzte als auch der Pflegedienst Rosenberger und der ambulante Hospizdienst mit. „Unsere Leistung“, sagt Preissig, „entlastet die Hausärzte.“ Und macht sie auch stationäre Hospize überflüssig? „Keinesfalls“, betont er, „wenn die Pflege derart intensiv sein muss, dass sie ambulant nicht mehr zu leisten ist, dann ist es wichtig, dass Hospize bereit stehen.“
Die neue Hotline wurde möglich durch eine Spende von Dr. Karsten Stegemann. Er stellte 4000 Euro zur Verfügung. „Meine Familie und ich haben vom Palliativnetzwerk kurzfristig viel Hilfe und Unterstützung bei der Versorgung meiner Großmutter erhalten. Das Netzwerk hat uns große Entlastung verschafft. Und meiner Großmutter wurde der Wunsch erfüllt, im häuslichen Umfeld sterben zu dürfen“, erklärt Dr. Stegemann. Zum Dank dafür unterstützte er den Ausbau der palliativen Struktur in Castrop-Rauxel.


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