Fußball-Stadtmeisterschaften: Frohlinde nach Spielabbruch Stadtmeister - Vier Titel für die Spvg Schwerin
CASTROP-RAUXEL Sonntag war der große Finaltag bei den Juniorenfußball-Stadtmeisterschaften. Die F- bis A-Jugendlichen spielten ihre Meister aus. Wer hat die Titel geholt? Und warum musste das Finale der A-Junioren abgebrochen werden? Die Ereignisse im Überblick.
FC Frohlinde - SuS Merklinde 3:2 abgebr.
Mit einem wenig meisterlichen Eklat endete das Endspiel der A-Junioren-Fußballer zum Abschluss der Stadtmeisterschaften. Das Duell zwischen dem FC Frohlinde und dem SuS Merklinde (beide Bestengruppe) wurde 18 Minuten vor dem regulären Ende abgebrochen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Frohlinde mit 3:2 geführt. Trotz des knappen Rückstandes gaben die Merklinder auf. Durch vier Rote Karten dezimiert standen sie nur noch mit sieben Akteuren auf dem Frohlinder Kunstrasen. Weshalb SuS-Trainer Martin Broll mit seinen verbliebenen Schützlingen das Feld räumte und betonte: „Das Spiel meiner Mannschaft trug heute nicht meine Handschrift, sondern die des Schiedsrichters.“
Werkle: "Alle Roten Karten waren vertretbar"
Der Unparteiische Robby Erkmann (Arminia Holsterhausen) hatte kurz vor dem Pausenpfiff Torben Broll wegen Nachtretens „Rot“ gezeigt. Zwischen der 68. und der 72. Minute mussten drei weitere Merklinder gehen: Abwehrspieler Emre Dogan wegen Nachtretens und Stürmer Yusuf Kirac nach einem Schubser gegen seinen Gegenspieler handelten sich binnen 60 Sekunden Platzverweise ein.
Marcel Varbelow, der in der ersten Halbzeit eine Zeitstrafe abgebrummt hatte, bekam für ein laut Kreis-Schiedsrichter-Lehrwart Gregor Werkel (Castrop) folgendes, „verwarnungswürdiges Foul“ den roten Karton zu sehen. Werkle, der Zuschauer der Partie war: „Alle Roten Karten waren regeltechnisch vertretbar.“
Schiedsrichter abgeschirmt
Der Lehrwart betonte auch, dass sich die SuS-Trainer Martin Broll und Murat Ucar beim Abbruch vorbildlich verhalten hätten und Schiedsrichter Erkmann vor ihren Spielern abgeschirmt hätten.
In den 72 Minuten zuvor, in denen Fußball gespielt wurde, war Frohlinde zunächst mit 2:0 in Führung gegangen. Stavros Pechlivanis und Yasin Uzunkaya hatten eingenetzt. Danach gab der FCF allerdings das Ruder aus der Hand und Merklinde kam durch einen Elfmetertreffer von Neuzugang Marcel Varbelow (VfR Rauxel) nach Foul an Thorben Broll zum 1:2 (32.).
Nach dem Seitenwechsel setzte Steffen Daute einen Freistoß zum 3:1 für Frohlinde in die Maschen. Trotz Unterzahl Zehn gegen Elf verkürzte Krzysztof Baukrowicz auf 2:3 (50.), ehe das Spiel durch das Rote-Karten-Festival ein frühes Ende nahm. Nach der Pokalübergabe feierten der FCF nach dem Sieg in der Halle lautstark den zweiten Titelgewinn binnen sechs Monaten.
B-Junioren
Spvg Schwerin - Arminia Ickern 4:1
Bereits nach fünf Minuten brachte Lukas Dams die B-Junioren-Fußballer des Bezirksligisten Spvg Schwerin im Stadtmeisterschaftsfinale mit 1:0 gegen Arminia Ickern (Kreisliga A) in Führung. In der Folgezeit war Schwerin weiter tonangebend und traf durch Ömer Et zum 2:0 (38.).
Arminia hatte bis dahin keine Torchance, bekam dann aber einen Elfmeter zugesprochen. Marco Führich nutzte diese Gelegenheit und traf zum 1:2 (54.). Ickern bemühte sich danach, weiter nach vorne zu spielen. Aber mehr als zwei Weitschüsse sprangen nicht heraus. Schwerin erhöhte den Druck und machte mit einem sehenswerten Treffer aus spitzem Winkel zum 3:1 (66.) durch David Pader alles klar.
Bayram Arslan, eigentlich Ersatztorwart der Spvg, wurde in den letzten Minuten als Stürmer eingewechselt und rundete mit seinem Tor zum 4:1 (77.) den Sieg ab. „Wir waren klar überlegen“, sagte Schwerins Coach Ayhan Ibraim.
C-Junioren
Spvg Schwerin - Arminia Ickern 6:0
Die C-Junioren-Fußballer des Bezirksligisten Spvg Schwerin ließen dem A-Kreisligisten Arminia Ickern im Finale keine Chance und gewannen mit 6:0.
Noch zur Pause hatte es 0:0 gestanden, jedoch war Schwerin auch hier schon die bessere Mannschaft, traf allerdings das Tor nicht. Deshalb musste sich Spvg-Trainer Nevhat Öz etwas einfallen lassen. „Ich habe meinen Spielern gesagt, sie sollen nicht nur schön spielen, sondern auch Tore erzielen“, so Öz. Den Ratschlag ihres Coaches nahmen sich die Schweriner-Akteure anscheinend zu Herzen und legten bereits in der 36. Minute mit dem Tore schießen los. Vedat Öz erzielte das 1:0.
Jakobs: "Wir hatten großes Verletzungspech"
Danach war es Tolga Yasar der sein Team mit einem Doppelschlag (40./43.) mit 3:0 in Front brachte. Verki Formusoh (54.) und Mirko Lukic (55.) zogen ebenfalls mit zwei Treffern in kurzer Zeit zum 5:0 nach. Öz besorgte in der 62. Minute mit seinem zweiten Treffer den 6:0-Endstand.
Arminias Trainer Michael Jakobs erklärte nach Abpfiff: „Wir haben eigentlich alles gut umgesetzt, jedoch hatten wir im Vorfeld der Partie großes Verletzungspech, so dass einige Spieler aushelfen mussten, die länger nicht mehr gespielt hatten.“
D-Junioren
Spvg Schwerin - Wacker Obercastrop 2:1
Nach einem 0:1-Rückstand konnten die D-Junioren-Fußballer der Spvg Schwerin die Partie noch in einen 2:1-Erfolg über Wacker Obercastrop drehen.
Patrice Schneider brachte die Wackeraner nach zehn Minuten in Führung. Nach einer Ecke bugsierte er den Ball über die Linie. Schwerin wurde nach dem Rückstand stärker und traf folgerichtig zum 1:1-Ausgleich durch Hauke Graf, der das Leder über Wacker-Keeper Julian Jarkulisch lupfte. Nur fünf Minuten später gelang Hüseyin Keskin der 2:1-Siegtreffer durch einen Schuss aus kurzer Distanz.
Nach dem Seitenwechsel waren die Schweriner weiter das spielbestimmende Team, weitere Treffer sollten aber nicht folgen. „Schwerin war spielerisch besser, mit der Einstellung meiner Mannschaft bin ich aber zufrieden“, erklärte Wacker-Coach Thorsten Jarkulisch. Friedrich Stodt, Trainer der Spvg Schwerin, war besonders glücklich darüber, dass sein Team nach einem Rückstand die Partie gedreht hat.
E-Junioren
SG Castrop - Wacker Obercastrop 5:2
Die SG Castrop (Bestengruppe) ist neuer Stadtmeister der E-Junioren-Fußballer. Die Castroper hatten nach Toren von Leon Kakusci (3) und Niklas Simpson (2) mit 5:2 (4:2) gegen den SV Wacker Obercastrop (Kreisliga) die Nase vorn. Für die Wackeraner, die durchweg mit ein Jahr jüngeren Akteuren als die SG aufgelaufen waren, hatte Mathias Zasada zweimal eingenetzt.
Bereits in der zweiten Minute hatte Leon Kakusci mit einem Schuss aus fünf Metern für das 1:0 gesorgt. Danach lag ein weiterer SG-Treffer in der Luft, als Kakusci an Wacker-Keeper Mustafa Topal scheiterte (5.) und Niklas Simpson wenig später mit einem Zehn-Meter-Schuss die Latte traf. Der agile Emre Baran hielt auf der Gegenseite die Obercastroper mit seinen Aktionen im Spiel und war auch am 1:1 (10.) durch einen Kopfball von Mathias Zasada beteiligt.
Gläser ließ nichts zu
Als Baran nach einer Viertelstunde verletzt ausschied, waren die Wackeraner beim 1:3 (19.) von Niklas Simpson sowie dem 1:3 (19.) durch Leon Kakusci per Abstauber nach einem Kopfball von Nicolas Mühlegg nicht im Bilde. Mit dem Pausenpfiff verkürzten sie durch Zasada allerdings auf 2:4.
Nach dem Seitenwechsel drängte Wacker auf den Anschlusstreffer, den SG-Keeper Jordan Gläser aber nicht zuließ. Auf der Gegenseite sorgte Niklas Simpson mit einer direkt verwandelten Ecke zum 5:2 (32.) für die Vorentscheidung.
F-Junioren
Spvg Schwerin - SG Castrop 1:0
Die F-Junioren-Fußballer ließen ihn nach dem Abpfiff hochleben und begossen ihn mit einer Sektdusche – aus ihren Sprudelflaschen: Luca Seegers hatte sie mit dem 1:0 in der zehnten Minute der zweiten Halbzeit zum Stadtmeister-Titel geschossen. Freistehend vor Lukas Dandl, Torhüter von Endspiel-Gegner SG Castrop, war die „blau-gelbe“ Nummer Zehn auf Linksaußen aufgetaucht und schoss den Ball überlegt ins lange Eck ein.
In den gesamten 40 Minuten Spielzeit waren die Schweriner feldüberlegen gewesen und ließen der SG Castrop nur selten Raum zur Entfaltung.
Paul Bergmann, Abwehr-Organisator der Spvg, hatte mit einem Fernschuss die erste Torchance für sein Team (4.). Danach tauchten Florian Bzrosowski, Luca Seegers sowie Aykin Sahin mehrfach gefährlich vor dem Castroper Tor auf. Mit seinen Paraden sorgte Keeper Lukas Dandl allerdings dafür, dass mit einem 0:0 die Seiten gewechselt wurden.
In der zweiten Halbzeit erhöhte Schwerin den Druck und verdiente sich das 1:0 redlich.














