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Neues "Hippie-Haus" gesucht
Von Oliver Volmerich am 11. April 2008 18:36 Uhr
DORTMUND Wenn die alten Gebäude des Thier-Areals für ein neues Einkaufszentrum weichen, müssen auch zwei Wohnhäuser an der Silberstraße weichen. Die Grünen unterstützen jetzt die Bewohner aus der Alternativ-Szene bei der Suche nach einem neuen Heim.

Silberstrasse
Von Malerei bis Jonglage - ein buntes Künstlervolk fühlt sich im "Hippie-Haus" an der Silberstraße 36 wohl.
Foto: Menne
Nur ungern räumen die derzeitigen Bewohner das Wohnhaus an der Silberstraße 36, das den Center-Plänen weichen muss, zumal sie generell Konsumtempel à la ECE ablehnen. Doch ihnen ist inzwischen genauso wie den Grünen klar, dass die beiden Häuser an der Silberstraße – einst Domizil der Polizeiwache – in naher Zukunft abgerissen werden. Für Ende November ist die Kündigung ausgesprochen. „Wir wollen die Bewohner aber auf der Suche nach einem alternativen Domizil unterstützen“, erklärt Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger.

Denn die Silberstraße 36 ist nicht nur ein Wohnhaus, sondern hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einem Zentrum alternativer Kultur entwickelt. „Hippie-Haus“ wird das Gebäude mit Blick auf die bunte Bewohnerschar genannt. „Hier leben Studenten, Künstler, Pädagogen, die sich sozial, kulturell und politisch engagieren und ein alternatives Stadtleben erproben“, erklärt Bewohner Johannes Lührs. Die Feuershow Evil Flames – jüngst bei der Aktion Nordlichter im Einsatz – gehört beispielsweise zu den Projekten der 13 Bewohner, die in dem Bau aus der Jahrhundertwende Küche und Kasse teilen. „Der Abriss des Hauses darf deshalb nicht das Ende des Wohn- und Kulturprojekts bedeuten“, betonen Mario Krüger und Ingrid Reuter für die grüne Fraktionsspitze. „Damit ginge auch ein Stück Urbanität verloren.“

Der Blick in Sachen Ausweichquartier geht jetzt in Richtung Nordstadt oder das Quartier an der Rheinischen Straße. Zusätzlich zu den Wohnflächen steht dabei für die Bewohner des Hippie-Hauses ein Veranstaltungsraum auf dem Wunschzettel. Umziehen muss bekanntlich auch die Club-Szene vom Thier-Gelände. Sie findet möglicherweise in den Speichergebäuden am Hafen ein neues Zuhause. Das Lärmgutachten dazu, eigentlich für Ende März avisiert, soll nun voraussichtlich Ende des Monats vorliegen.

 
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