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Rotgrün setzt ECE Daumenschrauben an
Von Oliver Volmerich am 22. April 2008 15:58 Uhr
DORTMUND SPD und Grüne haben den "kleinsten gemeinsamen Nenner" in Sachen Einkaufszentrum auf dem Thier-Gelände gefunden. "Bluten" muss dafür Investor ECE. Denn er soll nach dem Willen von Rotgrün nur 27.500 statt 29.000 Quadratmeter neue Handelsfläche bauen dürfen und weitere Einschränkungen hinnehmen.

Thier-Projekt Berlet
So soll das frühere Berlet-Haus am Westenhellweg als einer der Eingänge zum Thier-Einkaufszentrum nach den Plänen von Entwickler ECE aussehen.
Bild: ECE
17 Punkte umfasst der Zusatzantrag, den SPD und Grüne zum Start des Planverfahrens für das Millionen-Invest am Donnerstag im Rat einbringen wollen. So soll zusätzlich zur generellen Verkleinerung der Fläche der Anteil des Textilhandels im neuen Einkaufszentrum, der usprünglich bis zu 60 Prozent ausmachen sollte, weiter reduziert werden. Stattdessen wünschen sich SPD und Grüne mindestens 5000 Quadratmeter aus den Segmenten Wohnen und Lebensmittel.

In einem städtebaulichen Vertrag, den die Stadt mit ECE schließen will, soll außerdem festgelegt werden, dass mindestens die Hälfte der Geschäfte vom Namen oder Konzept her neue Angebote für die City sind. Außerdem soll sich das Einkaufscenter auf dem früheren Brauereigelände so weit wie möglich zur City öffnen und mit Unterhaltungsangeboten und Gastronomie "ausstrahlen".

"Wir wollen eine stadtverträgliche Lösung", betont Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger. Dabei machen die Grünen keinen Hehl daraus, dass sie mit dem Einkaufspalast weiterhin Bauchschmerzen haben. "Wir hielten es nach wie vor für wünschenswert, wenn die Handelsfläche noch kleiner ausfiele", betont die planungspolitische Sprecherin Ingrid Reuter. "Wir stehen der Geschchte noch immer skeptisch gegenüber." Allerdings müsse man zugeben, dass es "keinen erkennbaren Widerstand der Öffentlichkeit" gegen das Projekt gebe.

"Politische Zahl"

Die SPD hatte im Gegenzug laut Fraktionschef Ernst Prüsse und Planungssprecher Helmut Harnisch, keine Probleme damit, "die Fläche noch ein bisschen zu verkleinern". Wie berichtet hatte ECE die Größenordnung des neu zu schaffenden Handels nach Gesprächen mit der Stadt bereits von 32.500 auf 29.000 Quadratmeter reduziert  - und damit auch die Zustimmung der SPD gefunden. Dabei habe man sich auch von den vorliegenden Gutachten leiten lassen, erklärte Harnisch.

Die jetzt gefundene Größenordnung von 27.500 Quadratmeter sei dagegen eine rein "politische Zahl", wie Prüsse zugab. Man wolle zeigen, dass Rotgrün weiter handlungs- und einigungsfähig sei und "es nicht Herrn Hengstenberg überlassen,  zu entscheiden wie groß das ECE-Center wird",  erklärte der SPD-Fraktionschef mit Bliclk auf seinen Amtskollegen von der CDU-Fraktion. Die Christdemokraten hatten ebenso wie FDP/Bürgerliste angekündigt, der von ECE geplanten Größenordnung zustimmen zu wollen.  

Man gehe aber davon aus, dass ECE auch mit den rotgrünen Wünschen leben könne, betonte Prüsse. Was bislang noch nicht bestätigt ist. Man sei noch mit der Prüfung des umfangreichen Forderungskatalogs beschäftigt, erklärte ein ECE-Sprecher auf RN-Anfrage. Eine offizielle Reaktion soll am Mittwoch folgen.

 

 
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