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Vorwurf: Klinikum kümmerte sich nicht
Von Ulrike Böhm-Heffels am 29. Januar 2008 18:34 Uhr
DORTMUND Das Opfer eines Sportunfalls wirft dem Klinikum vor, sich nicht um ihn gekümmert zu haben, als er am Sonntag in der Notfallambulanz erschien. Für den diensthabenden Arzt aber war der Mann kein Notfall, zumal der Sportler schon in einer anderen Klinik verbunden worden war. Zum Schluss holte sich der Verletzte Hilfe in einer dritten Klinik.

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Danny Sameit wird erst am Freitag operiert.
Foto: Reminghorst
Es geschah beim Aufwärmtraining. Zigmal hatte Danny Sameit die Rolle vorwärts trainiert. Zigmal war alles gut gegangen. Diesmal tat‘s furchtbar weh. Der junge Wrestling-Sportler fasste sich an die rechte Schulter. Gebrochen?

Beim Training


Nach dem verhinderten Catch-Training bestritt der 29-Jährige noch einen unfreiwilligen Kampf: Der Notfallaufnahme im Klinikzentrum Nord wirft er vor, sich nicht um ihn gekümmert zu haben. Erst im Knappschaftskrankenhaus Brackel sei ihm geholfen worden.
Sonntagmittag war‘s, als der junge Sportler, der seit Dezember in Bottrop Wrestling im Verein trainiert, seinen Sportunfall hatte. Im Knappschaftskrankenhaus Bottrop diagnostizierten die Ärzte auf dem Röntgenbild einen Sprung des Schultereckgelenks, der sofort am nächsten Morgen operiert werden sollte. Weil Sameit aber in der Dortmunder Innenstadt wohnt, suchte er ein näher gelegenes Krankenhaus und ließ sich von seinem Freund Sebastian Gesk zum Klinikum Nord fahren.

Arzt nicht gesehen


„Mein Kumpel wurde mit starken Schmerzen nach Hause geschickt, obwohl die Röntgenbilder aus Bottrop vorlagen. Er solle erst zu seinem Hausarzt gehen, sich eine Krankenhaus-Einweisung besorgen und am Montag wiederkommen.“ Das Unfallopfer selbst ärgert sich: „Den Dienst habenden Arzt habe ich nicht gesehen.“ Die Mitarbeiterin in der Notfallaufnahme sei nur mit den Bildern nach hinten gelaufen.

OP-Termin


Gesk schnappte sich seinen Kumpel und fuhr zum Knappschaftskrankenhaus Brackel, wo ein weiteres Röntgenbild das erste aus Bottrop nur bestätigte. Den Bruch sofort zu operieren, sei aber nicht möglich. „Der Patient hat einen OP-Termin am 1. Februar“, recherchierte Wolfgang Skorvanek, Sprecher des Knappschaftskrankenhauses.
Was sagt das Klinikum?  „Herr Sameit war kein Notfall, das zeigt auch die Entscheidung der Kollegen aus dem Knappschaftskrankenhaus, ihn nicht sofort aufzunehmen“, so Sprecher Jörg Kühn. Über Schmerzen habe er nicht geklagt. Sein Schultergelenk sei bereits in Bottrop mit einem Spezialverband versorgt worden. Und: Der Arzt in der Ambulanz kümmerte sich gerade um einen Notfall-Patienten.

 
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