Tanzen: Wulfen liegt mit dem Verband im Clinch
WULFEN Mit verstärktem Team und neuer Choreographie startet die „Modern Dance Force“ des TSZ Royal Wulfen an diesem Samstag in Benrath in die neue Regionalliga-Saison im Jazz- und Modern Dance. Im Wulfener Lager herrscht allerdings nicht nur Vorfreude.
Die "Modern Dance Force" geht mit neuem Schwung in die Saison. (Foto: Niehuis)
Doch nicht nur auf TNW-Ebene werfen Winkler und seine Vorstandskollegen den Tanzsport-Gremien „mangelnde Hygiene“ vor: „Da wird einfach nicht mehr sauber gearbeitet“, wirft Winkler insbesondere dem Jazz- und Modern-Dance-Beauftragten des Deutschen Tanzsport-Verbandes (DTV) Horst Werner Schmitt vor.
„Wettbewerbsverzerrung“
Der setze Wertungsrichter für Turniere der 1. Bundesliga an, obwohl dort auch sein eigener Verein am Start ist. Außerdem sei Schmitt mit dafür verantwortlich, dass Trainer Andreas Lauck aus Saarlouis sowohl Choreographien für interessierte Bundesliga-Formationen erarbeite als auch Wertungsrichter ausbilde. „Da ist doch klar, nach welchen Kriterien die bewerten. Formationen mit einer Lauck-Choreographie haben dann von vornherein einen Punkte-Bonus“, sieht Helmut Winkler in dieser Konstellation eine Wettbewerbsverzerrung.
Streit um Wertungsrichterin
Mit Horst Werner Schmitt liegt das TSZ Royal aber noch wegen eines anderen Vorfalls im Clinch. Im März 2011 hatte der 2. Vorsitzende des TSZ Stefan Barbie die Ansetzung einer Wertungsrichterin aus Flensburg für ein Samstags-Turnier in Dorsten hinterfragt, als diese ihn wegen der hohen Fahrtkosten um einen Zuschuss über den üblichen Satz hinaus gebeten hatte. Barbies Meinung nach wäre eine Ansetzung für ein komplettes Turnierwochenende sinnvoller gewesen.
Die Wertungsrichterin fragte bei der TNW-Beauftragten nach, ob solch hohe Reisekosten gerechtfertigt seien, und die informierte Horst Werner Schmitt. Beide interpretierten Barbies Anmerkungen, als sei die Wertungsrichterin beim TSZ nicht erwünscht, und Schmitt sandte Barbie eine geharnischte Mail, in der er den Wulfener scharf anging.
Offizielle Beschwerde
Darüber, über die sprachliche Qualität und auch über den großen Verteiler der Mail beschwerte sich das TSZ Royal seinerseits offiziell beim Deutschen Tanzsport-Verband. Das Missverständnis mit der Flensburger Wertungsrichterin hatte der Wulfener Vorstand mittlerweile mit ihr ausgeräumt und wies darauf in seinem Schreiben an den DTV-Präsidenten Franz Allert auch hin. Doch bis heute wartet der Verein trotz zweimaliger Nachfrage auf eine Antwort. Stefan Barbie erging es genauso.
„Das kann doch nicht sein!“, ärgert er sich: „Die können ja gerne schreiben, dass sie der Fall nicht weiter interessiert, aber irgendeine Reaktion mus man doch wohl erwarten können.“
Kandidatur möglich
Helmut Winkler hat aus den Ereignissen seine eigenen Schlüsse gezogen, um für Veränderung zu sorgen: „Ich überlege, ob ich beim nächsten TNW-Verbandstag am 17. April antrete und mich für ein Vorstandsamt bewerbe.“
Sollte das gelingen, gut. Und wenn nicht? „Dann gehen wir zunächst einmal davon aus, dass das neugewählte Präsidium dann auch ordentlich arbeitet“, sagt der TSZ-Vorsitzende.
Wenn aber keine Besserung eintrete, werde der Wulfener Vorstand auch über einschneidende Schritte nachdenken. „Dann werden wir uns über kurz oder lang vom Tanzen als Leistungssport verabschieden, denn das macht dann einfach keinen Sinn mehr.“













