Hirsch-Q-Überfall: Festgenommene sind keine bekannten Neonazis
DORTMUND Nach dem erneuten Überfall auf die Kneipe Hirsch-Q rudert die Polizei zurück: War im ersten Polizeibericht von Angreifern aus der rechten Szene die Rede, heißt es nun, keiner der sechs Festgenommenen sei vor dem Überfall als Neonazi bekannt gewesen. Ein rechter Hintergrund ist dennoch gut möglich.
So sah die Eingangstür der Kneipe "Hirsch Q" nach einem Angriff im Jahr 2010 aus. (Foto: Bandermann (Archiv))
- Bürgerdienste Hombruch Untreue: Verdächtige zieht gegen Rauswurf vors Arbeitsgericht
- Sanierung Thema im Kulturausschuss: Umbau des Naturkundemuseums
- Doppel-Unfall in Autobahnkreuzen Dortmund/Witten und Dortmund-West sind wieder frei
- Landgericht Hirsch-Q-Überfall: Prozess gegen neun Neonazis beginnt heute
- Abstimmung Kevin Franzen ist Fußballer der Saison
Keine Erkenntnisse über einen Neonazi-Hintergrund
Um 1.09 Uhr hatte ein Zeuge den Polizei-Notruf verständigt. Wenige Minuten später konnten Einsatzkräfte sechs von zehn Angreifern festnehmen. In einem ersten Bericht informierte die Polizei-Leitstelle über „rechtsgerichtete Personen“ – am Mittwoch stellte das Präsidium klar: Bei keinem der Festgenommenen hat der Staatsschutz Erkenntnisse über einen Neonazi-Hintergrund.
Brandgefährliche Faustmesser
Die Polizei muss auch das klären. Helfen könnten dabei noch in der Nacht übermittelte Videobilder und weitere Zeugen, die sich bislang noch nicht gemeldet haben. Ihre Aussagen sollen die vier entkommenen Angreifer näher beschreiben. Die sechs festgenommenen Komplizen schweigen.
Bei ihnen entdeckte die Polizei eine Schusswaffe und zwei Faustmesser. Diese speziell konstruierten Messer sind geschaffen, um einen Gegner im Nahkampf schnellstmöglich zu töten. „Verkauf und Besitz sind in Deutschland verboten“, so ein Dortmunder Waffenhändler. Die Polizei ermittelt auch deshalb gegen die festgenommenen Männer.
Fragwürdige Rolle eines Gastwirts
Fragwürdig ist auch die Rolle eines Gastronomen im Brückstraßen-Viertel. Sein Lokal soll in der Nacht zum 29. Dezember erneut Rückzugsraum nach einer Straftat gewesen sein. Der Polizei ist die Kneipe als Aufenthaltsort für Neonazis seit langem bekannt.







































