16. Mai bis 3. Juni
Bei Klangvokal begegnen sich die Gesangs-Stars
In 26 Konzerten begegnen sich beim Festival "Klangvokal" vom 16. Mai bis 3. mehr...
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DORTMUND Für das Kunstprojekt "2-3 Straßen" zog Volker Pohlüke aus Gütersloh an den Borsigplatz. Dort sei die Welt noch in Ordnung, sagt er. Hier ist sie's nicht. Daran könnte der 46-Jährige, wenn es gut läuft, bald etwas ändern.
Künstler Volker Pohlücke ist aus Güterslog zum Borsigplatz gezogen. (Foto: Tilman Abegg)
Pohlücke ist nicht allein, sondern mit etwa zehn weiteren Teilnehmern des "Straßen"-Projekts, die auch hierbleiben. "Borsig 11" soll es heißen, eine "Bürgergesellschaft" sein, die allen Nachbarn "Hilfe zur Selbsthilfe" anbieten soll. "Hier gibt es so viel Potential", sagt Pohlüke. Aber viele Menschen am Borsigplatz hätten resigniert. Die soll "Borsig 11" motivieren: "Wie bei einer Fußballmannschaft, die im Keller steht."
Nachfolge für 2-3 Straßen
Ein Jahr lang hat der studierte BWLer bei "2-3 Straßen" kleine und größere Projekte verwirklicht. Die Farbtafeln neben den Türen in den Treppenhäusern, für jeden Bewohner eine in dessen Lieblingsfarbe - als "farbiger Fingerabdruck". Die Tauschbörse, in der Nachbarn ihre Talente gegen Naturalien tauschen können. Die Hoffeste.
Das Projekt des Künstlers Jochen Gerz ist bisher einzigartig, erntete neben Interesse und Lob auch Kritik. Isoliert hätten die Teilnehmer vor sich hin gearbeitet, sich nicht mit den bestehenden Vereinen und Initiativen vernetzt, sagen einige. "Man hätte in dem Jahr viel mehr erreichen können", kritisiert Anette Kritzler von der "Kulturmeile Nordstadt". Vielleicht - aber das Vernetzen hätte es schwer gemacht, das Kunstwerk für sich wahrzunehmen.
Nachbarn akzeptieren Künstler
Pohlüke sieht unterm Strich einen Erfolg. Die einzelnen Aktionen seien nicht weltbewegend gewesen, aber wirkungsvoll: "Die Nachbarn akzeptieren uns jetzt." Das sei nur möglich gewesen, weil 30 Menschen gleichzeitig mit dem Projekt begonnen haben: "Das ist eine kritische Masse, ohne die es nicht geht."
Die bisher geplanten Projekte für "Borsig 11" klingen so originell, dass sie funktionieren könnten. Evonik, die das "Borsig 11"-Büro am Borsigplatz 9 zur Verfügung stellen, überlegen für alle weiteren Mieter ihrer Wohnungen am Borsigplatz dort unentgeltlich PC-Arbeitsplätze einzurichten - die Verhandlungen laufen.
Das Wittener Label "StyleIslam" will Kleidung bereitstellen, die auf Kommission verkauft werden soll. Pohlüke will die kulturellen Ressourcen vor Ort nutzen: Vielleicht einen türkischen Bio-Laden verwirklichen oder eine Art alternatives Reisebüro mit billigen Familienunterkünften in den Herkunftsländern der Nachbarn. Außerdem die vielen Künstler zum Mitmachen motivieren, die dort wohnen.
Gründe fürs Herkommen
Gute Ideen, so scheint es, haben Pohlüke und seine Mitstreiter genug. "Es kommt darauf an, dass wir nicht nur einen, sondern drei oder vier solcher Läden und Projekte gleichzeitig starten können", sagt Pohlüke. Damit es für junge, aufgeschlossene Kunden gleich mehrere Gründe fürs Herkommen gibt. Pohlüke: "Die kritische Masse ist entscheidend."
Infos gibt's bei Volker Pohlüke unter Tel. 0151 52 56 09 65.
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