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Jugendkontaktbeamte
Die Pappenheimer fest im Griff
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| Von Peter Bandermann am 28. Januar 2010 16:30 Uhr | ||
| IM NORDOSTEN Andrea Götte (34) hat ihren Traumberuf gefunden: "Diese Arbeit hält jung. Man fühlt sich wie 24." Die Polizeikommissarin ist Jugendkontaktbeamtin und fühlt sich an der Basis pudelwohl. | ||
"Das ist eine bunte Mischung vieler Kulturen mit vielen Staatsangehörigkeiten, großen Familien und unterschiedlichen Wertesystemen", sagt Semra Karatag, die 2003 zu den Jucops gestoßen ist und sich in den Anfängen ihrer Arbeit noch darüber geärgert hat, wenn ein Jugendlicher mit einem falsch verstandenen Ehrgbegriff im Kopf eine Straftat begangen hat. Inzwischen ist ihre Missionsbereitschaft gesunken: Sie diskutiert nicht lange über falsch verstandene Ehre und konfrontiert von anderen als "Hurensohn" beleidigte Jugendliche, die dann zugeschlagen haben, mit den Rechtsfolgen: "Wir gehen mit Tatsachen um", begründet Andrea Götte nüchtern die Gelassenheit der beiden Jucops, "man kann diesen Jugendlichen unsere Wertvorstellungen nicht aufzwingen. Da stoßen wir an unsere Grenzen." "Nicht die Bullen" Und doch genießen die Polizistinnen Freiheiten. "Wir sind in ihren Köpfen nicht die Bullen - wir sind die Jucops", sagen sie über das Denken der Jugendlichen, "für die sind wir zwar bei der Polizei, aber doch ganz nett. Wir arbeiten nicht im Bestrafungsmodus", so Andrea Götte und Semra Karatag ergänzt: "Aber sie wissen, dass auch wir Strafverfolgung betreiben."Erste Kontakte bauen die Polizistinnen schon in der fünften Klasse in den Schulen auf. Dann geht es um Gesetzestexte und Konflikte, die Jugendlichen drohen, wenn sie zuschlagen, stehlen oder rauben. Nicht allen Schülern ist klar, dass eine Ohrfeige eine Körperverletzung ist. Im siebten Schuljahr folgt das Deeskalationstraining. Dann müssen die Jungen und Mädchen kapieren, dass der "Hurensohn" als Beleidigung kein Grund für ein gebrochenes Nasenbein ist. Im neunten Schuljahr, geht es um Zivilcourage - will heißen: Hinsehen und die Polizei informieren. Aufklärungsarbeit Das ist zwar schlecht für die Polizeistatistik, aber gut für die Opfer von Straftaten. Die beiden Polizistinnen sind überzeugt davon, dass ihre Aufklärungsarbeit in den Klassenzimmern bei Jugendlichen die Hemmschwelle zur Polizei senkt. Ein Zitat eines jungen Straftäters, das in einem Gespräch mit dem Jugendamt gefallen ist, hat Semra Karatag und Andrea Götte etwas wachsen lassen: "Als die Jucops bei mir waren, hat es Klick gemacht.""Klick". Übersetzt heißt das, dass die Polizistinnen aus der Wache an der Andreasstraße mit 16- und 17-Jährigen darüber reden, dass es in dem Alter um Wichtigeres geht: Geschwistern ein Vorbild zu sein, den Führerschein zu machen und sich auf einen Beruf vorzubreiten. Semra Karatag: "Kriminalität schränkt beim Älterwerden zu sehr ein." Die Nähe zu den Klienten sei dabei wichtig, auch die Kontinuität. "Nur so spüren sie die Kontrolle." Kontrolle auch im Internet
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