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Medienhaus Lensing
09.03.2010 19:50 Uhr
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Bombenentschärfung: 1000 Brackeler mussten Häuser verlassen

BRACKEL Für die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mussten 1000 Brackeler am Dienstagnachmittag ihre Häuser verlassen.Von Peter Bandermann

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Eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich am Braucksweg, Polizei, Ordnungsamt, Rettungswagen, eine überfüllte Sporthalle der Reichshof-Grundschule und mittendrin: Edeltraud Pawelzik.

Während Karl-Friedrich Schröder (50) vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung die Entschärfung des Blindgängers vorbereitet, bewegt sich die 75-jährige Rentnerin um 17 Uhr über das Westheck auf die Reichshof-Grundschule zu. Sie musste für eine Bombenentschärfung ihr Haus verlassen. Wie 1000 andere Brackeler.

Löst eine Bombe Angst aus? Edeltraud Pawelzik schüttelt den Kopf: "Mir sind die Bomben nur so um die Ohren geflogen. Da bleibe ich gelassen." Zehn Jahre war sie alt, als sie im Keller eines Hauses an der Schubertstraße in der Innenstadt mit der Schwester auf dem Schoß ihrer Mutter lag. Angst hatte sie nicht. "Ich hatte doch meine Mutter."

Kleine Bomben-Baustelle am Brauksweg 

300 Meter weiter, auf der Baustelle am Brauksweg, wo der Kampfmittelräumdienst auf einem Luftbild den Blindgänger geortet hat, bereitet ein Mann in einem blauen Overall das Ende der Bombe vor. Zwei Zünder hat der immer noch gefährliche Koloss.

Die zuletzt 1998 von den früheren Alliierten zur Verfügung gestellten Luftbilder lassen Entschärfer Karl-Friedrich Schröder nicht zur Ruhe kommen. Denn Bomben liegen noch genug im Verborgenen. Der Mann sagt fünf Meter neben der Bombe stehend: "Um meinen Arbeitsplatz mache ich mir keine Sorgen."

Ehrenamtliche Helfer der Johanniter aus Aplerbeck

Zurück in die Turnhalle. Nachbarn aus dem Brauksweg, vom Westheck und den umliegenden Straßen strömen hinein und werden von den Johannitern versorgt. Kaffee gibt es und Kekse. 25 Ehrenamtliche hatten am frühen Nachmittag ihren Arbeitsplatz verlassen, um dem Ordnungsamt beim Evakuieren der Häuser zu helfen.

Rettungswagen pendeln ständig hin und her. "Wir haben hochmotivierte Helfer und verständisvolle Arbeitgeber", freut sich Andreas Kleff  von den Johannitern. Die haben wirklich an alles gedacht. Mit Kindern spielen sie Karten, und die beiden 13-jährigen Mädchen Pia und Lara haben sie mit einem Ratespiel versorgt.

Entschärfung von 17.12 bis 17.40 Uhr

Präzise erledigt Karl-Friedrich Schröder seinen Job. Das dauert von 17.12 bis 17.40 Uhr. Edeltraud Pawelzik hat schnell noch einen Wunsch für die Kinder von heute, bevor sie wieder nach Hause geht. "Frieden."



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