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Medienhaus Lensing
13.03.2009 11:07 Uhr
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Amok-Drohung an Dortmunder Geschwister-Scholl-Gesamtschule

BRACKEL An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule im Dortmunder Ortsteil Brackel gab es eine Amok-Warnung. Die Schulleitung hat am Freitagmorgen vorsorglich alle Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause geschickt.Von Alexandra Heimken, Matthias vom Büchel und Arne Niehörster

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Schulleiter Klaus Zielonka mit dem "Stuhl des Anstoßes": Hier war die Amokdrohung draufgeschmiert. (Foto: Schaper)

An diesem Freitagmittag ist es ganz still in der Brackeler Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Kein dumpfes Stimmengewirr, das aus den Klassenräumen dringt. Keine Tür, die geknallt wird. Kein Gelächter. Keine Schüler.

Drohung bereits Ende Februar
 
Die wurden wegen einer Amok-Drohung bereits am Morgen von ihrem Schulleiter Klaus Zielonka nach Hause geschickt. Die Worte „Amoktat 13.3“, entdeckt Ende Februar auf einem Stuhl im Chemieraum, hatten Panik bei seinen 1400 Schülern ausgelöst. „Panik, die nicht mehr zu bremsen war“, so Zielonka. An Unterricht sei in dieser aufgeheizten Stimmung nicht zu denken gewesen.

Dabei war die Schmiererei auf dem Stuhl eigentlich schon längst vergessen. Der Hausmeister hatte die Worte am Tag ihrer Entdeckung weggewischt, die Schüler sprachen nicht mehr darüber. Doch dann lief der 17-jährige Tim K. an einer Realschule in Winnenden Amok – und die Erinnerung an den Schriftzug „Amoktat 13.3.“ war wieder wach.
 
Treffen zum Krisengespräch

„Die Schüler haben mich am Donnerstag darauf angesprochen“, erklärt Rektor Zielonka. Daraufhin habe er ein „Krisengespräch“ mit dem Kollegium einberufen. „Natürlich habe ich auch die Kripo informiert.“ Gemeinsam sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Unterricht am Freitag stattfinden könne – und die Drohung nur ein dummer Streich gewesen sei.

„Als ich an dem Abend nach Hause kam, wartete meine Frau schon mit zwei Telefonhörern auf mich“, erinnert sich Zielonka. Aufgeregte Schüler und Eltern riefen bei ihm an, berichteten von ihren Ängsten vor einem Amoklauf. Am selben Abend erzählte ihm eine Kollegin von verzweifelten Geschwister-Scholl-Schülern, die sich auf der Internetplattform „SchülerVZ“ gegenseitig Angst machten. Zielonka: „Da habe ich gemerkt, diese Panik hat sich total verselbstständigt.“
 
"Er fliegt von der Schule"

Er schickte daraufhin am Freitagmorgen alle nach Hause und glaubt an einen ganz schlechten Scherz: „Das Datum, Freitag der 13., spricht für sich. Und auch jede Klausur wird neu angesetzt.“ Wie der komplette Unterricht, er wird am Samstag (21. 3.) nachgeholt. „Damit alle verstehen: Solche Schmierereien haben ernste Konsequenzen. Und schulfrei bekommt man dafür auch nicht.“ Für Zielonka ist noch etwas glasklar: „Wenn wir den Verantwortlichen ausfindig machen, fliegt der von der Schule. Da gibt es kein Zögern.“

  • Insgesamt besuchen 1400 Schülerinnen und Schüler die Gesamtschule.
  • Der ausgefallene Unterricht wird am Samstag (21.3.) nachgeholt.
  • Bereits am 30. Januar hat es eine Amokdrohung in Dortmund gegeben. Damals war die Europa-Schule im Dortmunder Vorort Wambel betroffen. Auch dort ließ die Schulleitung vorsorglich den Unterricht ausfallen und holte ihn zu einem späteren Zeitpunkt nach. 


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