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Medienhaus Lensing
08.03.2010 20:00 Uhr
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Polizeiwache Eving: Bezirksbeamter hilft Senioren in der Einsamkeit

EVING Ulrich Bahrs (59) ist seit 39 Jahren Polizeibeamter. Und das mit Leib und Seele. Als Bezirksbeamter der Wache Eving ist er besonders nah dran an den Menschen und ihren Problemen. Die Lebenssituation vieler alter Bürger im Stadtbezirk alarmiert ihn.Von Petra Frommeyer

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Immer mehr einsame, alte Menschen suchen im Stadtbezirk Eving die Uniformierten als Ansprechpartner auf. (Foto: Christian Stein)

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„Ich habe das Gefühl, dass ein großer Teil der Senioren mittlerweile in einer Parallelgesellschaft lebt. Besuche der Kinder und Enkel finden immer seltener statt, der Kontakt beschränkt sich häufig nur auf Telefonate.“

Bahrs bekommt die Folgen des fehlenden Zusammenlebens mehrerer Generationen hautnah mit. Hilferufe vereinsamter, alter Menschen, die manchmal in ihrer Not sogar eine Straftat melden, die gar nicht stattgefunden hat, sind keine Seltenheit. Und das nur, damit der Beamte bei ihnen zuhause vorbeischaut.
Dass sich die Gesellschaft ändere, sei nicht neu, meint Bahrs. Das rasante Tempo, mit dem es geschehe, mache vielen alten Menschen große Angst, weiß der Polizist. „Sie kommen einfach nicht mehr mit und fühlen sich ausgegrenzt.“

Hinweise vom Seniorenbüro

Bahrs bekommt häufig Hinweise vom Evinger Seniorenbüro, zu dem er guten Kontakt hält. Er ist ebenso oft im Gespräch mit einem niedergelassenen Arzt und dem sozialpsychiatrischen Dienst. Oft ist der Bezirksbeamte vor, in und nach seiner Dienstzeit als „Sozialarbeiter“ unterwegs.
 
„Das funktioniert aber nur, weil mir meine Kollegen hier dann den Rücken frei halten“, sagt er. „Ohne die Teamarbeit würde das alles nicht funktionieren.“ Sein Chef, Wachleiter Peter Hennes, spielt da eine wichtige Rolle. Er lobt das Engagement, bremst Bahrs aber aus, wenn er sich übernimmt.

"Uniform hat ein Gesicht"

Warum suchen so viele alte Menschen den Kontakt zum Polizeibeamten? „Die Uniform ist der Türöffner“, meint er bescheiden. Wachleiter Hennes ergänzt aber: „Das stimmt, aber die Uniform hat mit Ulrich Bahrs ein Gesicht. Er hat einfach das Talent, mit alten Menschen umzugehen.“ Hinzu komme, dass die Senioren, besonders die Frauen, sich immer häufiger in ihrem Umfeld nicht mehr sicher fühlen. „Sie suchen bei uns Schutz,“ so Bahrs.

„Kopfschmerzen“ bereiten dem Beamten die indirekten Sparbeschlüsse der Stadt, die Senioren- mit den Sozialbüros zusammenzuschließen. „Ich fürchte, dass in Zukunft noch mehr Verantwortung auf uns Polizeibeamte zukommt, denn die Menschen werden schließlich immer älter, ihre Probleme nicht geringer.“ 


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