Stolpersteine: Brackel ist jetzt Teil eines großen Netzwerks des Gedenkens
BRACKEL Karl Mörchel war Kommunist, Jude, Untergrundaktivist – vor 67 Jahren wurde er zusammen mit seinem Bruder Erich von den Nazis verhaftet. Wenig später waren beide tot. Seit Donnerstag erinnert vor seinem letzten Wohnort im Brackeler Eicktelgenweg ein „Stolperstein“ an seine Ermordung.
Der neue "Stolperstein" in Brackel. (Foto: Eike Risto)
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„Hier wohnte Karl Mörchel“, ist darauf zu lesen, „Jg. 1903, verhaftet 1934, ermordet 1945 in der Bittermark.“
33.000 Steine in 27 deutschen Städten
Die Stolpersteine sind Demnigs Lebenswerk, mehr als 33.000 hat er nach eigenen Angaben bereits verlegt, fast alle eigenhändig. In mehr als 700 Kommunen in Deutschland erinnern die zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten an die Opfer des braunen Terrors, weitere Steine sind in ganz Europa zu finden. 27 neue Steine setzte Demnig gestern an elf Orten in Dortmund, insgesamt 200 erinnern nun im gesamten Stadtgebiet an die Verschleppten.
Zwölftklässler entwickeln "Hör-Führung" zum Thema
Verbindungslehrer Klaus Lenser, der die Erinnerungsarbeit der Zwölftklässler in seinem Geschichtsunterricht begleitet, plant bis Ende des Schuljahres in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring einen „Audioguide“ zu den 17 Brackeler „Stolpersteinen“.
Diese geführte Tour zum Hören soll die Lebensgeschichten und Schicksale der Brackeler Opfer erzählen und wird nach ihrer Fertigstellung dem Stadtjugendring zur Verfügung gestellt. Die Texte werden von den Schülern selbst recherchiert und gesprochen.
Die Niederlegung des Stolpersteins war ein besonderer Moment für die Schüler, aber längst nicht die letzte Station des Erinnerns: Am Karfreitag wollen sie bei der zentralen Gedenkfeier am Mahnmal Bittermark zur Freundschaft zwischen den Völkern aufrufen.













