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Medienhaus Lensing
24.08.2010 15:34 Uhr
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Kulturwerkstatt Lindenhorst: Gelungene Premiere von "KinoRollenHollywood"

LINDENHORST Eine Stunde kurzweilige Unterhaltung mit viel Situationskomik erlebten die Zuschauer bei der Theaterpremiere des Stückes „KinoRollenHollywood“ am Dienstag, 24. August, in der Kulturwerkstatt Lindenhorst.Von Uwe Brodersen

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Die Kellnerin nervt! (Foto: Lindert)

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Das Thema Film zieht sich als roter Faden durch die Szenen des Stücks und gibt Anlass zu vielen ironischen Interpretationen.Da gibt es den Kinogänger, der durch provokantes Niesen einen anderen vertreibt und sich so einen besseren Platz verschafft. Oder das Publikum, das immer wieder genervt aufstehen muss, da neue Besucher mit Reservierungen erscheinen.

Auch berühmte Filmszenen werden zitiert, dann aber humorvoll abgewandelt, so zum Beispiel, wenn die Duellanten beim Italo-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ statt zu schießen einander kitzeln.

Wankender Romeo, lachende Julia

Auch dem tragischen Dahinscheiden von Romeo und Julia nehmen die jungen Darsteller mit Migrationshintergrund den Stachel, indem Romeo nach Einnahme des Giftes so theatralisch dahinwankt, dass die eigentlich schlummernde Julia Lachkrämpfe bekommt.

Die romantische Liebesszene im Restaurant zu den Klängen der Arie des Herzogs von Mantua aus dem „Rigoletto“ wird von der Kellnerin gestört, die nicht versteht, wieso er nichts essen möchte.

Fetzig, blitzig, sonnenbebrillt

Fetzige Beats und Scheinwerferblitze begleiten den Auftritt der sonnenbebrillten Starlets. Ein Genuss ist die Schlussszene mit Oscarverleihung. Schnell entbrennt ein handgreiflicher Streit um die begehrte Trophäe, einen Styropor-Torso.
Ein halbes Jahr lang haben die 16 Migranten – sie stammen u.a. aus der Türkei, Russland, Italien, der Ukraine und Marokko – das Stück geprobt. In der Hälfte der Zeit paukten die 18- bis 25-Jährigen Deutsch.

Motivationsschub für die Darsteller

„Sie haben alles von Licht und Ton über Bühnenbild bis zu den Kostümen selbst gemacht“, hebt Theaterpädagoge Marco Janiel hervor, der die kreative Gruppe gemeinsam mit Sozialpädagogin Daniela Pollei betreut hat.

Getragen wird das Projekt von der dobeq GmbH und GrünBau GmbH. Die ARGE fördert es. Hauptziele sind Motivierung zur beruflichen Qualifizierung und Verbesserung der deutschen Sprachkompetenz.

  • Am Dienstag (25. August) um 11 Uhr wird das Stück ein weiteres Mal in der Kulturwerkstatt, Lindenhorster Straße 38, aufgeführt. Der Eintritt ist frei.


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