Brechtener Heide: Häuser werden zu Kraftwerken
BRECHTEN Jahrelang blühte in der Brechtener Heide fast nur das Gras, ab dem kommenden Jahr blüht der Fortschritt. Anfang 2012 beginnt hier der Bau einer Klimaschutzsiedlung. 18 Energie-Plus-Häuser sollen zwischen Astrid-Lindgren-Ring, Michael-Ende-Weg und Wittichstraße entstehen.
Hier entsteht Zukunft (v.l.): Hans-Jochen Bock (HS Wohnungsbau), Martin Lürwer (Baudezernent), Wilhelm Hülseweg (HS Wohnungsbau) und Manfred Rauschen (Ökozentrum NRW) zeigen, wo die Klimaschutzsiedlung gebaut wird. (Foto: Rothenberg)
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Was die Häuser so besonders macht? Sie sind nicht nur zum Wohnen da, sie sind kleine Kraftwerke. Mit Luft-Wärme-Pumpe und Photovoltaik-Anlage ausgestattet produzieren sie Strom. Das sichert einer vierköpfigen Familie Energie für Warmwasser und Heizung. Am Ende des Jahres produziert jedes Energie-Plus-Haus in der Siedlung sogar einen Überschuss von etwa 1000 Kilowattstunden.
„Ein Aushängeschild“
In Zeiten steigender Energiepreise gibt es längst einen Markt für die neue Architektur. „Das ist der Standard, den wir bald haben werden, sagt Baudezernent Martin Lürwer. Bei steigenden Energiepreisen freue sich doch jeder, weniger externen Strom beziehen zu müssen als bisher. „Energiesparen ist ein herausragendes Thema geworden. Hier entsteht ein Aushängeschild“, sagt Lürwer und zeigt stolz auf die Wiese. Dorthin, wo im Moment nur Gras und ein paar wild wachsene Blumen zu sehen sind.
In der Ferne ließen sich die Mitglieder des Stadtplanungsamtes inspirieren. Sie fuhren nach Freiburg, wo bereits seit Jahren eine Klimaschutzsiedlung besteht und nach Frankfurt, Deutschlands Passivhaushauptstadt. Seit 2007 dürfen in der Main-Metropole öffentliche Gebäude nur noch im Passivhaus-Standard errichtet werden.
„Wir haben uns vieles angeschaut“, sagt Gerald Kampert vom Stadtplanungsamt. Und dann zog die Stadt nach – mit der Initiative „100 Energie-Plus-Häuser für Dortmund“. Damit entsteht nun die zweite Energie-Plus-Haus-Siedlung in Deutschland. Zunächst in Brechten, weitere sind in Asseln und am Phoenix-See geplant.
Teure Anschaffung
Die Nachfrage ist groß. Seit einigen Jahren zwingt die Energieeinsparverordnung, Hauseigentümer den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich zu senken. Notfalls mit Sanierungen. „Bisher war man immer froh, wenn Häuser mit wenig Energie auskamen“, sagt Kampert.
Aber das war gestern. Denn nun produzieren die Häuser selbst. Die Anschaffung sei zwar erst einmal mal teurer. Aber das gleiche sich auch schnell wieder aus. „Durch das, was man monatlich an Energie einspart.“













