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Medienhaus Lensing
31.05.2011 12:03 Uhr
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Unterwasserrugby: Wilde Westfalenmeister in der Welle

SCHARNHORST Für Besucher, die es bevorzugen, in aller Ruhe ihre Bahnen zu ziehen oder sich gemütlich auf der Wasseroberfläche treiben zu lassen, war das Hallenbad „die Welle“ der falsche Ort - denn es wurde Unterwasserrugby gespielt. Unser Reporter hat sich das Spektakel angeschaut.Von Felix Püschner

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Die Teams begrüßen sich fair. (Foto: Felix Püschner)

Wild entschlossen blicken die Spieler der Sea Lions aus Derne am Samstag ihren Kontrahenten in die Augen. Dann ertönt ein schriller Pfiff und urplötzlich stürzen sich die mit Schwimmhaube, Tauchermaske und Flossen ausgerüsteten Akteure in die Fluten. Es gilt, den rund drei Kilogramm schweren Spielball zu erobern und ihn möglichst zügig und kompromisslos im Korb des Gegners zu versenken.

Aktionen unter der Wasseroberfläche

Das Versenken ist dabei durchaus wörtlich gemeint, denn beim Unterwasserrugby spielt sich ein Großteil des Spielgeschehens unterhalb der Wasseroberfläche ab. Kraft und Ausdauer, taktisches Geschick und voller Körpereinsatz sind hier jedoch genauso gefragt wie bei der Spielvariante an Land.

Fotostrecke Rugby unter Wasser


„Eigentlich muss man schon leicht einen an der Waffel haben, um bei so etwas mitzumachen. Immerhin bekommt man da unten einiges an Schlägen und Tritten ab“, erklärt Daniel Schauerte. Dann fixiert der Spieler der Sea Lions Schnorchel und Tauchermaske, bespricht noch kurz die nächsten Spielzüge mit seinen Teamkollegen und stürzt sich ins Becken.

30 Minuten bis zum Abpfiff

Zwei mal 15 Minuten dauert so eine Partie Unterwasserrugby. Und während dieser Zeit geht es ziemlich hektisch und alles andere als zimperlich zu. Denn beim Versuch, das Spielgerät in einem der beiden Stahlkörbe am Beckenboden zu platzieren, ist außer dem Griff an die Ausrüstung des Gegners eigentlich alles erlaubt.

Kein Wunder also, dass sich beim Großteil der Akteure gleich nach dem Verlassen des feuchten Spielfeldes die ersten Kratzspuren und blauen Flecken erkennen lassen. Doch die Faszination an dem eigentümlichen, aber zunehmend an Popularität gewinnenden Sport scheint das Schmerzempfinden der Spieler auszuschalten. Ohnehin steht bei allen Beteiligten der Spaß im Vordergrund. Selbst wenn es sich – wie in diesem Falle – um eine begehrte Trophäe wie den Westfalenpokal handelt. Den „Pott“ holt sich am Ende das Team aus Paderborn. Derne wird – ganz höflicher Gastgeber – Zweiter.

Bunt gemischte Teams

Das zeigt sich auch an der Zusammensetzung der Mannschaften, wie Daniel Schauerte verdeutlicht: „Unser Team ist wirklich bunt gemischt. Vom Banker bis zum Schrotthändler ist alles vertreten. Wer das ein paar Mal ausprobiert hat, kommt von dem Spiel einfach nicht mehr los. Das ist eben der Suchtfaktor, der nicht unbedingt für jeden Zuschauer immer gleich nachvollziehbar ist.“ Erst recht nicht für diejenigen, die in Ruhe ihre Bahnen ziehen oder sich genüsslich auf der Wasseroberfläche treiben lassen wollen.


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