Dortmunder Dilemma: BVB-Kraftakt wird nicht belohnt
DORTMUND Das Dortmunder Dilemma beim 26:31 (15:14) gegen die Handballfrauen der HSG Blomberg-Lippe offenbarte sich schon beim Abschlusstraining einen Tag vor dem Spiel. Da musste Trainer Gustl Wilke (65) als Kreisläufer einspringen, um überhaupt eine einigermaßen ordentliche Übungseinheit gewährleisten zu können.
Viel Einsatz, keine Punkte: Annika Busch (r.) setzt zum Wurf an. (Foto: Menne)
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Dass die BVB-Frauen nach einer großen kämpferischen Leistung vor der Halbzeitpause am Ende klar das Nachsehen hatten, musste man wohl vorab befürchten. Ohne die Stammkräfte Inge Roelofs im Tor, Rechtsaußen Stella Kramer und Spielmacherin Gesine Paulus fehlte Dortmund jene Tiefe im Kader, die der Gast mit in die Halle Wellinghofen brachte. Blomberg hatte auch die individuelle Klasse, um eine schwache erste Hälfte locker zu kompensieren.
Schwieriger Abstiegskampf
Dort sah Wilke aber den Hoffnungsschimmer, der im unverändert schwierigen Abstiegskampf Mut machen sollte. Bei 4:9 (11.) drohte früh der erwartete Ausgang, weil der BVB den effektiven Gegenstoß der Gäste nicht im Ansatz stoppen konnte und auch vergessen hatte, dass mit Sabrina Neukamp wohl die beste deutsche Rechtsaußen im Trikot der HSG steckte. Sie durfte nach Belieben schalten und walten.
Doch in dem Maße, wie beim Gast die Überheblichkeit zunahm, wuchs bei Borussia Dortmund die Gegenwehr. So wollte man sich nicht abschlachten lassen. Also kämpfte sich der BVB auf 13:13 (24.) heran und ging sogar mit einem 15:14 in die Halbzeit.
Roch liefert bärenstarke Partie ab
Weil Wilke schon zu diesem Zeitpunkt alle Register ziehen und alles aufs Feld schicken musste, was einigermaßen wettbewerbsfähig war, war aber auch klar, dass eine erneute Wende im Spiel nur eine Frage der Zeit sein würde. Nach Steffi Glathes 16:15 dauerte es nur sechs Minuten, ehe Blomberg durch drei Neukamp-Treffer und zwei der starken Saskia Lang auf 20:16 davonzog.
Mit 20 (!) Paraden hatte die bärenstarke Isabell Roch maßgeblichen Anteil an der Dortmunder Aufholjagd vor der Pause, nach dem Wechsel ließ sie die löchrige BVB-Deckung schmählich im Stich. Und offensiv agierte der BVB fortan vogelwild. „Wir haben“, gestand auch Kreisläuferin Tessa Cocx, „nicht mehr miteinander gespielt.“
Schneller Rückstand
Der schnelle Rückstand brach den Widerstand der auch kräftemäßig nun nachlassenden Gastgeberrinnen, die zudem mit der inkonsequenten und einseitigen Leitung des Stuttgarter Schiedsrichter-Gespanns haderten. Es hagelte Zwei-Minuten-Strafen und strittige Offensiv-Fouls – das brachte auch das ansonsten besonnene Dortmunder Publikum auf die Palme. Wilke lobte dennoch die Moral seiner Mannschaft: „Wir haben so gut es ging dagegen gehalten“, meinte er. „Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn nach 30 Minuten Schluss gewesen wäre.“
- Nicht nur die Leistung der beiden Unparteiischen Andreas und Marcus Pritschow brachte den BVB in Rage. Das Gespann aus der Nähe von Stuttgart verursachte auch noch unglaubliche 1500 Euro Spesen, resultierend aus der Zugfahrt, einer Übernachtung und der üblichen Aufwandsentschädigung. Warum die Liga bei einem Duell zweier Teams aus NRW nicht auch ein NRW-Gespann einsetzte, konnte niemand nachvollziehen.
















