Basketball-Regionalliga: SVD-Trainer Dirk Ansorge über „Gentleman“ und sein neues Team
DORTMUND Viele Jahre lag das Kommando auf der Trainerbank des Basketball-Regionalligisten SVD 49 in den Händen von Peter Radegast. Seit dieser Saison sitzt mit Dirk Ansorge der bisherige „Co“ und Trainer der Reserve verantwortlich in der ersten Reihe.
Entlassen: SVD-Trainer Dirk Ansorge. (Foto: Archiv)
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Dirk Ansorge: Bisher arbeitete ich vornehmlich im Nachwuchsbereich bzw. mit Talenten, war für das Integrieren von jungen Spielern in den Seniorenbereich verantwortlich. Genau das ist auch jetzt mein Job, bedenkt man, dass Matthias Hansmeier mit seinen 25 nach Routinier Marco Keller schon der Zweitälteste im Kader ist. Bei mir heißt es erst einmal Verteidigung und Verteidigung, nach Ballgewinnen und Rebounds schnelles Fast Break-Spiel mit unseren vielen jungen Beinen.
Der SVD setzt weiter auf Verjüngung. Zufrieden mit dem zur Verfügung gestellten Spielermaterial?
Ansorge: Auf den Außenpositionen sind wir gegenüber der Vorsaison nahezu unverändert und stark besetzt. Auf den kleinen Positionen stehen wir mit Keion Mitchem und seinem Ersatz Matien Askaryar besser da als in der vergangenen Spielzeit. Auf den großen Positionen verfügen alle deutschen Akteure über Talent und Engagement, fehlt aber definitiv noch die Erfahrung.
Wie ist der erste Eindruck der neuen US-Amerikaner?
Ansorge: Durchaus positiv. Spielmacher Keion Mitchem ist ein kontaktfreudiger, lebensfroher Spieler, zudem technisch stark. Center Quade Milum dagegen ist eher der schüchterne Typ, aber er springt wirklich hoch.
Wie schlagen sich die anderen Neuzugänge bisher?
Ansorge: Matien Askaryar ist sehr engagiert, hinkt aktuell wegen Verletzungen und Krankheit aber noch hinterher. Dennis Kortmann ist mit Übereifer bei der Sache. Johannes Grote muss trotz guter Einstellung noch dazu lernen, insbesondere hinsichtlich des körperlichen Spiels und der Schnelligkeit.
Steht das „Gentleman Agreement“ der Liga zur Ausländer-Selbstbeschränkung auf tönernen Füßen?
Ansorge: Ich bin sehr gespannt wie viele ,Gentleman´ es in der Liga wirklich gibt. Einige Vereine wollen scheinbar eigene Sonderregelungen installieren. So war aus Recklinghausen zu hören, dass da drei Amerikaner und ,Cham` Korbi auflaufen sollen, Aufsteiger Velbert soll zusätzlich auch auf Eigengewächse ohne deutschen Pass setzen, und dann ist da ja noch mit dem TV Werne der Initiator der ganzen Geschichte. Wir werden uns auf jeden Fall an die Beschränkung halten.
Die Dreipunkte-Linie ist künftig einen halben Meter weiter vom Korb entfernt bei 6,75 Meter, wie ändert sich dadurch das Spiel?
Ansorge: Wir trainieren aktuell noch mit den alten Linien. Es ist offen, wer die neuen Linien zur Saison haben wird und wer nicht. Insgesamt wird dadurch die Verteidigung schwieriger, weil das Spiel weiter auseinander gezogen werden kann. Vielleicht gibt es deshalb mehr Punkte, aber auf der anderen Seite möglicherweise weniger erfolgreiche Dreier.
Wen erwarten Sie oben, wen unten in der Liga?
Ansorge: Nach den bisherigen eher dürftigen Informationen sehe ich die Aufsteiger aus Velbert, Werne und Recklinghausen eher unten. Grevenbroich setzt komplett auf jung, da heißt es abwarten, ebenso wie in Iserlohn. Oben könnte Schalke dabei sein und auch Bochum hat einen starken Kader. Auch aus Hagen von der BG hört man einiges.
Und wo sortiert sich da der SVD ein?
Ansorge: Wirkliche Ziele können wir erst nach unseren ersten Tests in Iserlohn und bei Hagen-Haspe formulieren. Einen einstelligen Tabellenplatz haben wir uns aber als Minimalziel gesetzt. Wir würden uns freuen, wenn es sogar für das obere Tabellendrittel reichen könnte.


















